Natixis-Experte warnt „Portfolio-Sicherungsstrategien können Verluste noch verstärken“

Händler an der New Yorker Börse während der Kurseinbrüche am 24. August 2015: Absicherungsstrategien können einen Börsenkrach in Zukunft noch verstärken, berfüchtet Natixis-Experte Dave Lafferty. | © Getty Images

Händler an der New Yorker Börse während der Kurseinbrüche am 24. August 2015: Absicherungsstrategien können einen Börsenkrach in Zukunft noch verstärken, berfüchtet Natixis-Experte Dave Lafferty. Foto: Getty Images

ARTIKEL-INHALT 

Historische Vergleiche zwischen Marktgegebenheiten aus unterschiedlichen Zeitabschnitten sind nie ganz zutreffend - die Zeiten ändern sich eben, direkte Vergleiche sind deshalb nie perfekt. 30 Jahre nach dem Crash von 1987 zeigen sich jedoch gewisse strukturelle Schwächen, die an das Chaos rund um den 508-Punkte-Absturz des S&P-500 denken lassen. An einem Handelstag verlor der Markt im Oktober 1987 über 20 Prozent seines Wertes. Auch wenn sich Einbrüche dieser Größenordnung mittlerweile durch Regulation an den Börsen und Sicherungsmechanismen abfedern lassen, sollten Anleger dennoch Parallelen im heutigen Markt nicht übersehen.

Der programmgesteuerte Handel und Portfolio-Absicherungs-Strategien spielten höchstwahrscheinlich zentrale Rollen beim Crash von 1987. Obwohl die Gründe mit letzter Bestimmtheit nicht ermittelt sind, scheint man aus den Ereignissen von damals wenig gelernt zu haben: Quantitative und algorithmische Handelsstrategien sind von ihrem Umfang her geradezu explodiert. Dazu gehören beispielsweise Wachstumsbereiche wie Commodity Trading Advisors (CTAs), Managed Futures-Strategien, Risikoparitätsprodukte und scheinbar endlos viele sonstige Absicherungs-Strategien.

Diese Ansätze analysieren und reagieren auf Marktinformationen in Echtzeit und schaffen so Potenzial für erhebliche Feedback-Loops und Preisspiralen. Einige arbeiten mit Momentum-Indikatoren. Diese können auch zu stärkeren Preisausschlägen führen - sowohl nach oben als auch nach unten.

Zusätzlich finden im Zuge der branchenweiten Konzentration auf Risikomanagement eine ganze Reihe neuer Modelle Anwendung, die Handelsverluste beschränken wollen, indem sie auf das Volatilitätsniveau schauen: Bei steigender Volatilität wird verkauft, bei niedrigerer Volatilität gekauft. Sie sind zwar in ihrer Struktur nicht identisch, trotzdem erinnern einige dieser Strategien an die Portfolio-Absicherungs-Taktiken, die oft für den historischen Crash verantwortlich gemacht werden.