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06.08.2009 12:55
Rubrik: Berater

Studie: Honorarberatung ist en vogue bei Banken

Quelle: Fotolia

Jedes dritte deutsche Kreditinstitut will verlorenes Kundenvertrauen durch unabhängige, aber kostenpflichtige Finanz- und Vermögensberatung zurückgewinnen.

Dies ergab eine Umfrage unter Bankmanagern der Kreditwirtschaft von Steria Mummert Consulting. Zwar erwarten demnach Experten einen Rückgang der Provisionsberatung. Doch zwei Drittel der Deutschen wollen nach wie vor für eine Anlageberatung nichts bezahlen. Derzeit werden in 90 Prozent der Beratungen die Berater mittels Provisionen für verkaufte Produkte vergütet.

Anders im Ausland: In den Niederlanden sind die Abschlussprovisionen bereits vom Gesetzgeber stark eingeschränkt worden. In Großbritannien will die Finanzaufsicht FSA die Provisionsberatung für unabhängige Vermittler abschaffen (zum Artikel: Großbritannien will Berater-Provisionen abschaffen). Finnland und Dänemark haben das Provisionsmodell für Versicherungsmakler bereits per Gesetz abgeschafft.

Die Mehrheit der Experten in Deutschland sieht die größten Potenziale für Honorarberatung im Geschäft mit vermögenden Privatkunden. Der Beratungsbedarf ist in diesen Kundensituationen in der Regel größer als im Massengeschäft.

„Wenn der Beratungsaufwand in Relation zur geplanten Investition zu hoch ist, wird sich das Modell nicht durchsetzen können“, sagt Rainer Deckers, Bankexperte bei Steria Mummert Consulting. Er plädiert daher für zielgruppengerechte Preismodelle und Beratungsmodule.

Stefan Wörsdörfer, 06-08-09 16:35:
Es ist richtig, dass eher vermögende Kunden bereit sind, für eine vernünftige Beratung zu bezahlen.

Als überwiegend auf Honorarbasis tätiger Berater habe ich die Erfahrung gemacht, dass es gerade junge und weniger vermögende Kunden sind, denen ein neutraler Rat einen hohen nutzen stiften kann. Die Bereitschaft, Geld für eine Beratung zu bezahlen, die es an anderer Stelle augenscheinlich umsonst gibt ist jedoch gering.

Es werden lieber mehrere tausend Euro Provisionen für größtenteils unpassende Produkte gezahlt, als 500 € für eine umfassende und passgenaue Beratung aufzuwenden.
Christoph Böck, 07-08-09 22:37:
Ich bin überzeugt, dass Honorarberatung die Lösung ist. Damit stumpfe Marketingfloskeln von Bedarfsorientierung und Anlegergereichte Beratung endlich Realität werden. In Österreich ist honorarberatung noch absolut unbekannt. Nur zwei "Gallier" haben sich dem provisionsimperium widersetzt: honorar-beratung.at

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