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18.06.2009 08:52
Rubrik: Berater

Flanke ins Finanzfiasko?

Quelle: Fotolia

Profi-Fußballer sind für Finanzberater eine überschaubare, aber lukrative Zielgruppe. Warum Standardkonzepte dort nicht greifen und Fußballer meist immer noch viel zu schlecht beraten werden.

Er liegt in einem Sarg in einem dunklen Tunnel, Ratten laufen ihm über Gesicht und Körper und beißen ihm die Lippe blutig - die schaudernde Nation konnte Anfang vergangenen Jahres den tiefen Falls eines ehemaligen Nationaltorwarts live im RTL-Dschungelcamp verfolgen. Die fünfstellige Gage brauchte Eike Immel nach eigener Aussage, um sich eine dringend benötigte Hüftoperation leisten zu können. Später nahm er dann eine Single („Wie ein Liebeslied“) mit Schlagerveteran und Dschungelmitbewohner Bata Ilic auf.

Eine Vorstrafe wegen Betrugs, Gerüchte um Spielsucht und Kokainkonsum, dazu eine erfolglose Schlagersingle – Eike Immel mag ein besonders drastischer Fall sein, aber immer wieder tauchen in den Medien Geschichten gescheiterter Ex-Fußballer auf, die zu ihrer aktiven Zeit Millionen verdienten und danach vor dem Bankrott stehen. Bauherrenmodelle in den 80er-Jahren, Ost-Immobilien in den 90er Jahren und immer wieder obskure Beteiligungen und Steuersparmodelle spielten dabei eine Hauptrolle.

>>> Zur Bilderstrecke „Fußballer als Finanzberater“

Nur 9 Prozent der Profis haben nach ihrer Karriere ausgesorgt – die Zahl stammt aus einer 2004 durchgeführten Studie der Vermögensberatung Daudert & Daudert, die sich seit zwölf Jahren auf die Beratung von Profifußballern spezialisiert hat (siehe Grafik). „Wir haben damals Erstligaprofis einen Vermögenscheck angeboten.

>>> Grafik vergrößern

Ergebnis: Mehr als ein Viertel von 150 befragten Fußballern hatte mehr Verbindlichkeiten als Vermögenswerte.“ Michael Daudert hat die Spieler, von denen einige mittlerweile ihre Karriere beendet haben, weiterverfolgt: „Die Situation hat sich nicht verbessert, fünf Ex-Profis leben heute gar von Hartz-IV.“ Viele weitere Ex-Profis haben ihre Chancen nicht genutzt und seien nach ihrer Karriere häufiger in einfachen Jobs zu finden.

Falsche Produkte, zu lange Laufzeiten

Die Gründe für das Finanz-Fiasko: Sorglosigkeit bei den Spielern, kaum Unterstützung von den Vereinen und schlechte Beratung von windigen Beratern und Hausbanken. „In fast allen Fällen sind kreditfinanzierte Immobiliengeschäfte das Problem“, so Daudert, der gemeinsam mit seinem Bruder Christian 35 Erstligaprofis, darunter die Spieler Marco Rehmer, Oliver Neuville und Matthias Scherz, berät. Fast immer brechen die hohen Beiträge, die nicht mehr bedient werden können, wenn Verträge auslaufen oder Verletzungen passieren, einem Spieler das Genick.

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