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19.08.2009 08:10
Rubrik: Berater

Provision im Vertrieb - bald ein Auslaufmodell?

Quelle: Fotolia

Die britische Aufsichtsbehörde FSA will die Provisionen im freien Finanzvertrieb abschaffen. Auch andere europäische Länder geben Gas, um der bislang wenig gefragten Honorarberatung zum Durchbruch zu verhelfen - zieht Deutschland nach?

Britannia rules – das Vereinigte Königreich gilt als einer der europäischen Finanzdienstleistungsmärkte, der durch frühzeitige Regulierung ein hohes Maß
an Transparenz erreicht hat. Die dortige Regierung war in den 90er Jahren eine
Triebfeder für die Harmonisierung des Finanzmarkts auf EU-Ebene und die Durchsetzung entsprechender Richtlinien wie der Versicherungsvermittler- und der Finanzmarktrichtlinie Mifid (Markets in Financial Instruments Directive).

Kürzlich hat die britische Aufsichtsbehörde Financial Services Authority (FSA) neue Pläne veröffentlicht. Sie will unabhängigen Finanzvermittlern verbieten, Provisionen von Produktgebern anzunehmen. Die Vergütung soll nur noch über Honorare erfolgen. Betroffen sind Investmentprodukte und kapitalbildende Versicherungen. Die FSA überlegt aber, die Regelung später auch auf den Vertrieb der übrigen Versicherungsprodukte auszuweiten. Grund: Die Berater nähmen trotz weitreichender Transparenz und rigider Vorschriften noch immer zu wenig Rücksicht auf Kundenbedürfnisse und seien noch zu provisionsorientiert.

Britische Kunden werden zwar über die Vergütungsformen aufgeklärt und können wählen, ob sie lieber ein Honorar bezahlen wollen oder eine Provision. Sie erhalten, auch schriftlich, die Kosten aufgeschlüsselt und Vergleichsangaben. Dennoch: „Die Mehrzahl der britischen Kunden wählt das Provisionsmodell“ weiß Reiner Will, Geschäftsführer der Rating-Agentur Assekurata. Das mag an der Macht der Gewohnheit liegen.

Honorarberatung unbeliebt

Laut FSA liegt der Marktanteil der Honorarberatung im UK bei Investmentprodukten lediglich bei 8 Prozent. Obwohl 70 Prozent der unabhängigen Berater Erfahrungen mit dem Metier haben, entfallen auf Honorare in der Finanzberatung insgesamt nur 12 Prozent. Das ist allerdings ein deutlich höherer Wert als in vielen anderen EU-Staaten. Im deutschen Vermittlerregister sind unter rund 220.000 Vermittlern lediglich 170 als Versicherungsberater eingetragen, die ausschließlich gegen Honorar tätig sind. Das Potenzial honoraraffiner Berater wird auf 1.500 Personen geschätzt.

Von: Oliver Lepold

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jk , 19-08-09 08:33:
guter artikel zum thema
Josef , 20-08-09 12:36:
Die Honorarabrechnung mag zwar transparenter als die Provisionsabrechnung sein. Doch es besteht dann die Gefahr, daß dann mancher Kunde versucht, das Honorar zu drücken nach dem Motto:"Gibst du mir nicht den geforderten Rabatt, geh ich zu einem anderen." Solche Kunden sind natürlich nicht sehr begehrt. Doch eine andere Gefahr besteht m.E. darin, daß der kunde sich weigert, das vereinbarte Honorar zu zahlen. Und wer übernimmt dann die Kosten für das "Geldeintreiben" und hat den Ärger? Der Honorarberater. Darum bin ich dafür, Honorarberater und "normale" Makler (Provisionsbasis) gleichzustellen bzw. auch dem Provisionsvermittler (allg. ausgedrückt) die Möglichkeit zu geben, auf Wunsch des Kunden auf Honorarbasis abzurechnen und umgekehrt - der Honorarberater vermittelt auf Provision.

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