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18.02.2009 19:05
Rubrik: Berater

Vermögensverwalter raten von Risikoanlagen ab

Quelle: Fotolia

Die Börsen haben ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht, dennoch sehen die Mitglieder des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV) bereits vereinzelt gute Anlageoptionen. Vor allem Unternehmensanleihen, Standardaktien und Rohstoffe werden in den nächsten Jahren das Rennen machen.

Von risikoreicheren beziehungsweise alternativen Anlageklassen wie Private Equity und Hedge-Fonds, aber auch von Zertifikaten sollten die Anleger dagegen besser die Finger lassen.

Dies ergab eine aktuelle Umfrage unter 78 Verbandsmitgliedern. „Das diesjährige VuV-Stimmungsbarometer zeigt, dass unabhängige Vermögensverwalter hinsichtlich der Investitionen derzeit noch vorsichtig sind“, so Günter Schlösser, Vorstandsvorsitzender des VuV. Das hindert sie jedoch nicht daran, bereits jetzt vereinzelte Anlagemöglichkeiten ins Auge zu fassen.

Dass die Börsen ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht haben, meinen knapp 79 Prozent der befragten VuV-Mitglieder. Während 24 Prozent davon ausgehen, dass sich die Situation schon Mitte 2009 wieder normalisieren wird, hält die Hälfte der Befragten eine Erholung der Finanzmärkte erst Anfang 2010 für möglich. Mehr als die Hälfte der Finanzexperten empfehlen dennoch, bereits jetzt wieder neu an den Börsen zu investieren, um von den günstigen Preisen zu profitieren.

Knapp die Hälfte der Befragten stellte einen Anstieg der Kundenanfragen in den vergangenen Monaten fest. „Die Gründe hierfür sind sicher auch im stark gesunkenen Vertrauen der Kunden gegenüber Banken zu suchen“, so Schlösser. Gerade jetzt nähmen die Kunden die Vorteile unabhängiger Vermögensverwalter deutlich wahr.

Die besten Rendite-Risiko-Chancen bieten nach Meinung von 41 Prozent der Befragten Aktien, insbesondere Standardwerte. Rund ein Drittel der Befragten bezeichnete Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich, ein Viertel Rohstoffe, vor allem Gold und Öl als besonders attraktiv. Für Private Equity und Hedge-Fonds dagegen prognostizieren rund 80 Prozent, für Zertifikate knapp 70 Prozent der Vermögensverwalter eine negative Entwicklung.

Öl- und Gasversorger sowie die Pharmazie- und Gesundheitsbranche werden in den nächsten zwölf Monaten ganz vorne liegen, davon waren fast alle Umfrageteilnehmer überzeugt. Übereinstimmung herrschte auch in Bezug auf die Automobilindustrie, die nach Ansicht der meisten Befragten mit den größten Problemen zu kämpfen haben wird. Ein indifferentes Bild ergibt sich dagegen bei Finanzwerten: Diese zählen jeweils 18 Vermögensverwalter zu den größten Gewinnern in 2009 und 18 Experten zu den größten Verlierern.

Von: Svetlana Kerschner

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