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26.01.2009 15:47
Rubrik: Berater

„Wir sind rechtzeitig aus Aktien herausgegangen“

Karl Matthäus Schmidt

Die Quirin Bank sieht sich als Vorreiter der Honorarberatung in Deutschland. Anlässlich der jüngsten Erfolgsmeldung – durchschnittlich 6 Prozent Renditeplus auf das Kundenvermögen im Jahr 2008 – sprach DAS INVESTMENT.com mit Karl Matthäus Schmidt, Vorstand der Quirin Bank.

Die Quirin Bank verlangt für ihre Beratungsleistungen keine Provisionen, sondern eine monatliche Grundgebühr von 75 Euro und bietet zwei unterschiedliche Modelle: Wer die Vermögensverwaltung der Bank überlässt, bezahlt zusätzlich 20 Prozent des erwirtschafteten Gewinns. Wer nur Anlagetipps einholt und selbst handelt, muss zusätzlich zur Grundgebühr ein Prozent des Depotvolumens zahlen. Im Gegenzug fließen alle Provisionen vierteljährlich auf das Konto des Kunden.

DAS INVESTMENT.com: Sie melden 6 Prozent Rendite auf das gesamte Kundenvermögen für das Jahr 2008 – wie ist die Struktur der Kundendepots, lässt sich die durchschnittliche Steigerung von insgesamt 6 Prozent etwa auf wenige besonders volumenstarke Depots zurückführen?

Karl-Matthäus Schmidt: Die 6 Prozent Rendite wurden unabhängig von der Volumengröße für 98 Prozent unserer Kundendepots erwirtschaftet. Die Quirin Bank verfolgt in der Vermögensverwaltung konsequent eine Multi-Asset-Strategie, in der sich eine Vielzahl unterschiedlicher Anlageklassen als Renditebringer und Stabilitätslieferanten abwechseln. Die Struktur der Kundendepots hat sich im Laufe des Jahre 2008 verändert, weil wir rechtzeitig aus Aktien herausgegangen sind. Zum Ende des Jahres waren wir zu 100 Prozent in Cash investiert.

DAS INVESTMENT.com: Renten und Gold waren unter anderem für die Steigerung verantwortlich – können Sie das näher ausführen? Wie hoch war der durchschnittliche Aktienanteil?

Schmidt: Wir haben beide Assetklassen – sowohl Renten als auch Gold – mit ETFs abgebildet. Ab Mitte des Jahres haben wir verstärkt auf langfristige Staatsanleihen gesetzt und dadurch die Aufwärtsbewegung im Bund-Future mitgenommen. Bei  Gold haben wir Markschwächen durch taktische Tradings zu unseren Gunsten genutzt. Der durchschnittliche Aktienanteil im gesamten Jahr 2008 lag unter 15 Prozent.

DAS INVESTMENT.com: Was erwarten Sie für 2009 von den Märkten?

Schmidt: Unsere Analysten erwarten in der ersten Jahreshälfte eine Bear-Market-Rallye und in der zweiten Jahreshälfte neue Tiefs. Der Abwärtstrend ist aus unserer Sicht intakt.

Von: Oliver Lepold

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