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26.10.2009 14:00
Rubrik: Berater

Vermögensverwalter-Studie: Selbstdarstellung statt Dialog

Quelle: Fotolia

Die Qualität der Beratungsgespräche bei den deutschen Vermögensverwaltern und Privatbanken lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Die meisten Berater gehen nicht individuell genug auf Kundenanliegen ein und betreiben eher Selbstdarstellungen, anstatt mit dem Kunden in einen Dialog zu treten. Die Portfolioqualität und die Kostentransparenz haben sich hingegen verbessert.

 Dies geht aus der aktuellen Studie hervor, die das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) zum dritten Mal durchführte. Dabei wurden Testgespräche mit 28 deutschen Top-Vermögensverwaltern durchgeführt. Die Qualität der eingereichten Anlagevorschläge wurde zudem vom Institut für Quantitative Finanzanalyse (IQFin) bewertet.

„Die Anlagewünsche des Kunden wurden häufig nicht umfassend ermittelt und berücksichtigt“, kommentiert Markus Hamer, Geschäftsführer des DISQ. So gingen die Berater in einem Drittel der Gespräche nicht individuell genug auf das Kundenanliegen ein. Viele von ihnen neigten zur Selbstdarstellung, anstatt einen Dialog mit dem Kunden zu suchen.

Zudem stellt fast die Hälfte der Vermögensverwalter überhaupt keine Stresstests dar. Lediglich elf von ihnen erklärten den Kunden, wie sich veränderte Bedingungen wie Inflation oder Ölpreissteigerung auf die Portfolioperformance auswirken würden.

In den Bereichen Portfolioqualität und Kostentransparenz haben sich die Institute im Vorjahresvergleich stark verbessert

Deutlich mehr Mühe als im Vorjahr gaben sich die Vermögensverwalter hingegen bei der Erstellung der Anlagevorschläge. Während 2008 noch ein Drittel der Unternehmen lediglich Standardunterlagen ohne individuellen Kundenbezug einreichten, so war dies jetzt nur noch vereinzelt der Fall.

Auch in den Bereichen Portfolioqualität und Kostentransparenz haben sich die Institute im Vorjahresvergleich stark verbessert. Drei der untersuchten Portfolios wurden mit ausgezeichnet, 15 mit gut bis sehr gut bewertet; keines war mangelhaft. „Besonders positiv war die diversifizierte Aufstellung der Anlagen zur Vermeidung von Klumpenrisiken", so Sven Christiansen, Geschäftsführer des IQFin. Bei der Kosten- und Gebührentransparenz schnitten sieben Anbieter als ausgezeichnet ab.

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers ist bester Vermögensverwalter 2009

Bester Vermögensverwalter 2009 wurde Hauck & Aufhäuser Privatbankiers mit dem insgesamt besten Ergebnis beim Service und im Anlagevorschlag. HSBC Trinkaus & Burkhardt erzielte Rang zwei und bot das beste Portfolio. Berenberg Bank auf Rang drei überzeugte mit dem besten Beratungsgespräch. Der Vorjahressieger Fürst Fugger Privatbank landete auf Platz vier. Auf Rang fünf folgte die Weberbank, die den besten Anlagevorschlag unterbreitete.

Von: Svetlana Kerschner

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