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09.02.2010 07:12
Rubrik: Berater

Brüssel hat neue EU-Richtlinie für Finanzvertrieb im Blick

Quelle: Fotolia

Die nächsten Regulierungsvorhaben der Kapitalanlagebranche auf EU-Ebene stehen an. In diesen Tagen soll sich die neue EU-Kommission formieren. Neue Regulierungsinitiativen stehen dabei ganz oben auf der Liste der Politiker.

Bereits vor einigen Wochen hat der neue EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, der Franzose Michel Barnier, seine Anhörung im Europäischen Parlament gemeistert. Nach einigern Verzögerungen wegen einer vom EU-Parlement abgelehnten bulgarischen Kommissions-Anwärterin soll in diesen Tagen nun die neue Kommission ihre Arbeit aufnehmen.

Überprüfung von Vermittlerrichtlinie und Mifid

Neben der Richtlinie zur Aufsicht alternativer Investmentfonds-Manager (AIFM) steht in Brüssel derzeit die Bewertung der Versicherungsvermittlerrichtlinie und der Finanzmarktrichtlinie Mifid an. Erstere hat bereits begonnen. Dazu gehört eine genaue Überprüfung, inwieweit die Umsetzung der Richtlinien in nationales Recht zielführend gelungen ist, sowie eine Untersuchung, welche Bereiche der Richtlinie gegebenenfalls verbessert werden müssen.

Dabei werden auch die deutschen Sonderwege – zum Beispiel bei der Investmentfondsvermittlung über den Paragraf 34c GewO – genauer untersucht.

Die Kommission verfolgt darüber hinaus eigene Pläne zum sektorübergreifenden Anlegerschutz im Rahmen des Projektes PRIPs (Packaged Retailed Investment Products). Dieses Projekt zielt auf konsistente und gleich hohe Anlegerschutzstandards sowohl im Bereich der Anlegerinformationen als auch im Bereich der Vertriebsregeln für Investmentprodukte für Endanleger ab. Dies soll unabhängig vom Produkt oder dem vom Anleger gewählten Vertriebsweg erfolgen.

Erfasst werden dabei Fonds, strukturierte Wertpapiere und andere strukturierte Retailprodukte sowie bestimmte Lebensversicherungsprodukte. Ziel dabei unter anderem: Das Anlegervertrauen in den Vertrieb soll gestärkt werden.

PRIPs und KID werden aktuell

PRIPs schließt mögliche Vorgaben für die Anlegerinformationen ein, die nach dem Vorbild des sogenannten KID (Key Information Document, ein Produktinformationsblatt für harmonisierte Fonds nach europäischen Standards) modelliert werden sollen.

Welcher rechtliche Rahmen für die Umsetzung der Vorschläge zu PRIPs und KID gewählt wird, sei noch nicht entschieden, heißt es aus Brüssel. Eine neue eigene Richtlinie für Vertriebsaspekte sei jedoch nicht ausgeschlossen.

Konkrete Vorschläge zu diesen neuen Projekten sollen möglichst noch im Jahr 2010 formuliert werden. Der vertriebsbezogene Teil werde sicherlich in enger zeitlicher und inhaltlicher Koordination mit der Überprüfung der Mifid und der Vermittlerrichtlinie stattfinden, erfuhr DAS INVESTMENT.com.

Marc Aurel, 09-02-10 14:24:
Frau Aigner wäre besser geblieben was Sie gelernt hat:

Radio- & Fernsehtechnikerin im heimischen Radio- & Fernsehladen...
Karl-Heinz Ullrich, 09-02-10 19:52:
Ich kann unsere Ministerin Frau Ilse Aigner verstehen, denn staatlich Behörden leben vom regulieren und dirigieren. In der Politik gibt es gute Ideen doch das Ergebnis sieht am Ende leider ganz anders aus.
Wenn sie bei einer Kuh gute Milch haben wollen, sollten sie beim Futter anfangen und nicht zuerst in der Milch rumpanschen.
Ich bin Finanzmakler und arbeiten schon seit Jahren, weit vor 2008, mit Analysen und Protokollen zur Verwirklichung der Kundeninteressen die dann in der Umsetzung, je nach Kundenwunsch, angewendet werden. Was war das Ergebnis der ganzen staatlichen Regulierungen für unsere Brache bis heute in den letzten beiden Jahren? Der überwiegende Teil der Makler arbeitet heute im Sinne des Verbraucherschutzes, großenteils hat sich für sie nicht viel verändert. Die Ein-Gesellschaftsvertreter oder einige Strukturvertriebe werden zum Ausgleich zu den Maklern noch besser ausgebildet, besonders in der Rhetorik, besser als je zuvor, sie sind sogar so gut, so wissen sie schon heute was ein unbekannter Interessent im Dezember benötigt. Ihre Beratungsprotokolle dafür sind schon in ihrer Aktentasche oder auf dem PC. Wer soll eigentlich dieses mal reguliert werden?
Verstehe ich die Frau Ministerin Ilse Aigner richtig, es soll doch alles überwiegend für den Normalbürger sein? Dieser Traum wird nur in Erfüllung gehen, wenn er, der Kunde HEUTE einen Vorteil für sich sieht, da sollte der Einkaufspreis plus Honorar zusammen unter dem Normalpreis liegen! Das ist nun mal die Marktwirtschaft. Alternative, der Verbraucherschutz, kann dieser ohne Stützung leben, oder sind staatlich gestützte Makler in der Zukunft von Vorteil?
Bei der Honorarberatung für alle Bürger bedarf es erst einmal der effektiven Grundlage, flächendeckenden, ECHTE Honorartarife! Den Rest reguliert dann der Markt. Solange dies von der Politik vergessen oder aus Lobbyismus ignoriert wird werden auch weiterhin neue Gesetze oder Vorschriften nur tollen Namen tragen oder die diese Gesetze umsetzen sollen, die Makler, verschwinden recht schnell vom Markt, siehe unsere europäischen Nachbarländer.

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