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22.04.2010 12:00
Rubrik: Berater

Wie viel verdienen die Vertriebschefs?

v.l.: Manfred Behrens (AWD); Reinfried
Pohl (DVAG), Wilfried Kempchen (OVB)
und Uwe Schroeder-Wildberg (MLP)

Viele Finanzvertriebe versprechen attraktive Verdienstmöglichkeiten für Ihre Berater. Will man wissen, was ein Vertriebschef verdient, hüllen sich die meisten mittelständischen Vertriebe jedoch in Schweigen. Zumindest für große börsennotierte Vertriebe gilt das nicht: Sie sind verpflichtet, die Bezüge Ihrer Vorstände zu veröffentlichen. Ein Überblick.

MLP beispielsweise weist im Geschäftsbericht 2009 Gesamtbezüge in Höhe von 2,28 Millionen Euro für vier Vorstandsmitglieder auf. Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg erhielt 734.000 Euro (527.000 Euro fixe Vergütung und 206.000 Euro variable Bezüge). Seine Kollegen, der mittlerweile zu Talanx gewechselte Produktvorstand Gerhard Frieg (548.000 Euro), Vertriebsvorstand Muhyddin Suleiman (543.000 Euro) und der seit 1. März 2009 amtierende IT-Vorstand Ralf Schmid (455.000 Euro) folgen in der Auflistung.

MLP richtet die Vorstandsvergütung eigener Aussage nach an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung aus. Das bedeutet, dass sich der variable Anteil am Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bemisst. Da dieses 2009 rückläufig war, sanken auch die variablen Vergütungsanteile aller Vorstandsmitglieder entsprechend. Im Jahr 2008 lag die Jahresvergütung des Vorstandschefs noch bei 777.000 Euro.

Keine variablen Bezüge für Ex-OVB-Chef Frahnert

Etwas weniger als bei MLP verdient man derzeit an der Spitze des ebenfalls börsennotierten Finanzvertriebs OVB. Hier werden 955.000 Euro Gesamtbezüge für 3 Vorstandsmitglieder ausgewiesen. Der Vorstand besteht dabei nur aus 2 Personen, allerdings gab es im vergangenen Jahr einen vielbeachteten Wechsel, als der langjährige Vorstandschef Michael Frahnert fristlos gekündigt wurde.

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OVB-Finanzvorstand Oskar Heitz erhielt 353.000 Euro (fester Bezug in Höhe von 272.000 Euro plus variabler Bestandteil 81.000 Euro), es folgen der neue Vorstandschef Wilfried Kempchen (seit Juli 2009 im Vorstand, Vorstandschef seit Mitte Oktober) mit Bezügen in Höhe von 312.000 Euro. Der im Juli 2009 entlassene Vorstandschef Michael Frahnert erhielt 290.000 Euro fixe und keine variablen Bezüge.

Im Jahr 2008 verdiente Frahnert als Vorstandschef noch 818.000 Euro (562.000 Euro fix plus 256.000 Euro variabel). Die variablen Bezüge bestimmen sich laut OVB nach „individuellen Zielvorgaben für das Geschäftsjahr“.

DVAG: 10 Millionen Euro für 11 Vorstände

Die nicht börsennotierte Deutsche Vermögensberatung AG, deren Berater als Ausschließlichkeitsvertreter der AMB-Generali-Gruppe fungieren, gibt ebenfalls einen Geschäftsbericht heraus. Unter „Sonstige Angaben“ werden hier Gesamtbezüge für Vorstand und Aufsichtsrat genannt.

Die insgesamt 11 Mitglieder des Vorstandes erhielten für das Jahr 2009 zusammengefasst eine Vergütung in Höhe von 10,21 Millionen Euro.

Man darf annehmen, dass sich diese Summe nicht gleichmäßig verteilt, sondern ein größerer Anteil dem Unternehmensgründer Reinfried Pohl und seinen beiden als Generalbevollmächtigte dienenden Söhnen Andreas und Reinfried jr. zusteht. Weitere 357.000 Euro gingen an die 10 Mitglieder des Aufsichtsrates.

AWD meldet Zahlen erst im Juni


Die Swiss-Life-Tochter AWD schließlich gibt ihren Geschäftsbericht 2009 erst zur Hauptversammlung im Juni 2010 heraus, daher hier ein Blick auf die Vorstandsvergütung des Jahres 2008: 3,71 Millionen Euro wurden insgesamt aufgewendet, der damalige Vorstandschef Carsten Maschmeyer erhielt davon Gesamtbezüge in Höhe von 771.000 Euro.

Peter , 09-05-10 16:56:
DVAG Vorstände: 10 Millionen plus Dienstwagen, Reisen nach Portugal, Österreich, großzügige Altersversorgung, Spesen, Boni.............

Der durchchnittliche DVAG Hauptberufler dürfte mit 30.000 € im Jahr direkter Überweisung unterwegs sein. Da dies erstmal Umsatz ist muss er davon noch seine BetriebsKosten und Abgaben bezahlen. 10 Millionen, ergo im Schnitt 1 Million pro Vorstand...........
Aufmerksamer Leser, 22-07-10 14:58:
@ Peter und @ all
Andere buckeln zu lassen und abzukassieren ist halt lukrativer als selbst zu buckeln!

auch bei VW erhält der "Chef" an einem Tag 2 x soviel Geld - Verdienst kann man da ja nicht sagen - wie der durchschnittliche VW-Arbeiter im Monat - das motiviert so richtig

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