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16.12.2009 16:03
Rubrik: Berater

AWD-Chef Behrens kritisiert Maschmeyer-Strukturen

Da waren sie noch Seite an Seite: Manfred
Behrens und Carsten Maschmeyer, Quelle: AWD

AWD nimmt massive Kostensenkungen vor, um dem Geschäftseinbruch entgegenzuwirken. Dabei spielen auch strukturelle Probleme aus der Vergangenheit eine große Rolle.

Eine Herkulesaufgabe nennt AWD-Vorstandsvorsitzender Manfred Behrens den eingeleiteten Umbau des Finanzvertriebs. „Es geht darum, viele Dinge zu verordentlichen.“

Der Gründer und ehemalige Chef Carsten Maschmeyer sei zwar ein großes Verkaufstalent, habe es aber nicht geschafft, Strukturen und Abläufe im Hintergrund optimal zu organisieren. Behrens kündigte auch eine Abkehr von dem auf Akquisitionen basierenden Expansionskurs Maschmeyers an.

Behrens, der von der Swiss Life nach der Übernahme des AWD zunächst mit Maschmeyer gemeinsam an der Spitze agierte, betonte, das 1,2 Milliarden Euro teure Investment von Swiss Life bei AWD sei nicht überteuert gewesen. Maschmeyer hatte AWD unerwartet früh bereits Ende März 2009 verlassen.

Voraussichtlich 40 Millionen Euro Verlust

Wirtschaftsprüfer hätten erklärt, dass der Schweizer Lebensversicherer keine Abschreibungen auf den Wert von AWD machen müsse. Zwar verliert der AWD dieses Jahr voraussichtlich vor Zinsen und Steuern rund 40 Millionen Euro. 2010 sollen jedoch bis zu 50 Millionen Plus in der Kasse bleiben, 2012 bis zu 100 Millionen.

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Um wieder in die Gewinnzone zu kommen, spart AWD. Bis Ende 2010 sollen die Kosten um 70 Millionen Euro sinken, wovon 2009 bereits 46 Millionen realisiert sind. Weitere Stellen soll das laut Behrens aber nicht kosten.

Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise scheuen die rund zwei Millionen AWD-Kunden derzeit den Abschluss langfristiger Verträge und zögern mit Anlageentscheidungen. Derzeit liege die durchschnittliche Summe pro Vertragsabschluss noch 12 bis 15 Prozent unter Normalniveau.

Keine Build-and-Buy-Strategie mehr


Die Wachstumsträume Maschmeyers, der mittlerweile auf neuen Berater-Pfaden wandelt, hat Behrens endgültig begraben: Während AWD vor einem Jahr noch erklärt hatte, 2012 mit 8.500 Beratern einen Umsatz von einer Milliarde zu erzielen, fallen diese Prognosen bei Behrens bescheidener aus: 6.200 Berater und bis zu 690 Millionen Umsatz sei das Ziel.

Derzeit zählt AWD 5.300 Berater, 700 weniger als im Vorjahr. Die Beraterzahl will AWD künftig durch Ausbildung und Verringerung der Fluktuation erhöhen. Von Maschmeyers Akquisitionsstrategie hält Behrens nichts: „Ich würde das nicht machen“, sagte er. „Der AWD ist in den letzten Jahren nicht mehr organisch gewachsen“, kritisierte er.

Von: Oliver Lepold

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