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08.12.2010 15:45
Rubrik: Berater

Social-Media-Nutzer als Zielgruppe von Finanzprodukten: noch viel Potenzial für Berater

Quelle: Fotolia

Während sich Social Media wie Facebook, Twitter oder Xing im Internet auf dem Siegeszug befinden, zweifeln viele Finanzdienstleister am Sinn von Unternehmensaktivitäten in diesem Umfeld. Ein offensichtlicher Fehler, laut einer neuen Studie. Was Unternehmen dabei an Kundenpotenzial entgeht, wird auch ergründet.

Ob die Präsenz von Finanzdienstleistern in Netzwerken, Foren, Videoportalen oder auch Micro-Blogging-Diensten wahrgenommen wird, hat die aktuelle Marktstudie „Mode oder Trend? Social Media im Finanzdienstleistungsmarkt“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts You Gov Psychonomics AG herausgefunden.

Fazit der Studie: das Mitmachen lohnt sich auch für Finanzdienstleister. „Die Studienergebnisse belegen, dass abschlussbereite Internet-Nutzer Social-Media-Präsenzen überdurchschnittlich häufiger wahrnehmen”, erläutert Studienleiterin Jutta Rothmund.

Diejenigen, die den Abschluss eines Bank- oder eines Versicherungsproduktes in den kommenden zwölf Monaten planen oder in den vergangenen zwölf Monaten vollzogen haben, erinnern sich sehr viel besser an Beiträge von Finanzdienstleistern als nicht-abschlussbereite User.

Beiträge von Banken werden besser erinnert als von Versicherungen

Laut den Marktforschern werden dabei insbesondere Beiträge von Banken stärker erinnert. Doch auch bei abschlussbereiten Versicherungskunden falle die Wahrnehmung von Social Media-Inhalten überdurchschnittlich aus.

Ähnliches gelte zudem für „Heavy User“, also diejenigen, die Social Media mehrmals wöchentlich oder sogar täglich nutzen: „In allen vier abgefragten Sparten – Bankprodukte, Versicherungen, Bausparverträge und Investmentfonds – stechen die Heavy User durch eine überdurchschnittliche Abschlussbereitschaft hervor, vor allem im Bereich Bankprodukte”, so Rothmund. Für Finanzdienstleister kann es sich daher lohnen, ihre zögerliche Haltung abzulegen und in Social-Media-Netzwerken wie Xing, Wer-kennt-wen oder Facebook entsprechend aktiv zu sein.

„Heavy User“ zeigen sich dabei der Präsenz und Kommunikation von Finanzdienstleistern im Social Media-Umfeld gegenüber offener und beurteilen entsprechende Aktivitäten überdurchschnittlich positiv. Auch werden Beiträge von dort aktiven Finanzdienstleistern in Foren und Bewertungsportalen von „Heavy Usern“ überdurchschnittlich positiv bewertet. Allerdings nur dann, wenn sie über reine PR hinausgehen, denn versierte Internet-User sind kritischer, was die Authentizität angeht.

Einstieg in direkten Dialog auf Plattformen empfehlenswert

Die Allgemeinheit ist jedoch weniger skeptisch. So liegt die Vertrauenswürdigkeit von Verbrauchermeinungsplattformen nur knapp hinter der von Vergleichsseiten im Internet und Empfehlungen eines Bank- oder Versicherungsberaters. “Verbrauchermeinungsplattformen wird aktuell häufiger vertraut als misstraut”, so Rothmund. Bereits jeder Zehnte nutzt diese bereits als Informationsquelle in Sachen Bankprodukte, Geldanlage und Versicherungen. Gezielt gesucht werden am häufigsten Beiträge zu Versicherungsprodukten.

Die Erkenntnisse der Studie legen es nahe, dass Finanzdienstleister auf entsprechenden Plattformen selbst aktiv werden und in den Dialog einsteigen sollten. Denn fast die Hälfte der Befragten hält es für angebracht, dass Anbieter Kommentare und Anfragen direkt beantworten und aktiv in den Dialog einsteigen.

Und: Ist man bezüglich eines Anbieters oder Produkts einmal überzeugt, spielen Social Media ebenfalls eine Rolle. Bereits jeder Zehnte gibt an, Tipps auch über Social-Media-Anwendungen wie Facebook oder Skype an andere Nutzer weiter zu geben. Passive Empfehlungen übers Internet, ein dickes Plus für Berater.

Hintergrund: Für die internet-repräsentative Studie wurden 1.500 Bundesbürger ab 16 Jahren im Oktober 2010 online befragt und zwei Online-Gruppendiskussionen durchgeführt.

Weitere Informationen
zur Studie „Social Media im Finanzdienstleistungsmarkt“ 


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