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22.02.2012 - 11:49 Uhr
Rubrik: Finanzberatung

Honorarberater auf dem Weg zur Regulierung: „Gemeinsames Vorgehen gegen Widerstände einer starken Lobby“

Ulf Niklas, Bundesinitiative der Honorarberater

Am 20. März findet in Berlin der Honorarberatergipfel statt. DAS INVESTMENT.com fragt im Vorfeld Ulf Niklas, Sprecher der die Veranstaltung ausrichtenden Bundesinitiative der Honorarberater nach Intention und Sachstand der noch ausstehenden Regulierung der Honorarberatung.

DAS INVESTMENT.com: Was ist das Ziel Ihres dritten bundesweiten Honorarberatergipfels?

Ulf Niklas
: Ganz klar: Wir wollen zeigen, dass die Honorarberatung in Deutschland gebraucht und von den Kunden aktiv nachgefragt wird. Unsere Branche hat sich in den vergangenen Jahren formiert und professionell aufgestellt. Das haben wir auch in der Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen bei Bundesministerin Aigner und im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages erläutert. Nun fehlt noch der gesetzliche Bezeichnungsschutz für den Honorarberater, der einen tatsächlich fairen Wettbewerb zwischen Provision und Honorar erst möglich macht. Im Januar hat der Deutsche Bundestag hierzu intensiv diskutiert und alle Parteien haben den gesetzlichen Bezeichnungsschutz gefordert. Um den politisch Handelnden einen breiten Eindruck der Honorarberatung in Deutschland zu vermitteln, war es für den Honorarberatergipfel in Berlin vor allem wichtig, möglichst alle entscheidenden Protagonisten der Honorarberatung – Interessenverbände, Serviceprovider, Ausbildungsinstitutionen und vor allem tatsächliche Honorarberater – zusammenzuführen. Das ist uns gelungen.

DAS INVESTMENT.com
: Seit den unverbindlichen Vorschlägen aus dem Bundesverbraucherschutzministerium (BMELV) von Frau Aigner zur Regulierung der Honorarberatung im Juli 2011 hat man aus dem Ministerium nichts mehr gehört, wie ist der aktuelle Sachstand auf politischer Ebene?

Niklas: Das Bundesverbraucherschutzministerium von Frau Aigner hat sich aus unserer Sicht im Ergebnis zwar noch nicht erfolgreich, jedoch sehr wacker geschlagen. Im Hinblick auf einen konkreten Gesetzesentwurf zur Regulierung der Honorarberatung waren erhebliche Widerstände einer sehr starken Lobby zu überwinden und zudem das durchaus politisch differenzierte Zusammenspiel mit den anderen beteiligten Bundesministerien – zuvorderst Finanz- und Wirtschaftsministerium – zu meistern. Von außen mag es leicht sein, an das BMELV den Vorwurf einer zeitlichen Verschleppung zu formulieren. Wer die gesetzgeberischen und damit hochpolitischen Abläufe ein wenig genauer versteht, hat da mehr Respekt. Gesetze gegen mächtige Interessen in der Marktwirtschaft werden eben nicht „im Vorbeigehen“ verabschiedet.

DAS INVESTMENT.com
: Von welcher politischen Instanz erwarten Sie denn jetzt die konkreten Impulse zur Regulierung Ihres Berufsstandes?

Niklas
: Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen ist im Rahmen der Debatte im Deutschen Bundestag die Federführung zur Regulierung der Honorarberatung auf den Finanzausschuss übertragen worden. Es bleibt abzuwarten, ob das Thema dort zeitnah aufgegriffen und noch vor 2014 bis zur Gesetzesreife gebracht werden soll. Wir halten das für wichtig und richtig und bleiben deshalb am Ball hier in Berlin. Der Honorarberatergipfel wird aufgrund der starken politischen Präsenz hierzu neueste Informationen aus erster Hand bieten.

DAS INVESTMENT.com
: Mifid II scheint die Annahme von Zuwendungen Dritter für unabhängiger Anlageberater verbieten zu wollen. Ist das nicht eine Steilvorlage für Ihr Anliegen?

Niklas
: Natürlich, doch an dieser Stelle ist Vorsicht geboten. Vor allem in welchem konkreten Umfang Mifid II in unser nationales Recht transferiert wird, bleibt abzuwarten. Auf nicht wenigen Fachveranstaltungen werden die Vorgaben aus Europa derzeit mit recht überheblicher Lässigkeit abgetan. Gleichwohl gerät das Provisionsmodell seitens der Politik kontinuierlich unter stärkeren Druck und das spürt man auch. Wir sind unabhängig von Mifid II der Meinung, dass es in Deutschland zukünftig ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Provision und Honorar geben wird und halten das vor allem auch für realistisch zu erwarten. Das ist im Sinne des marktwirtschaftlichen Wettbewerbes und damit hohen Verbraucherschutzes auch gut so.

DAS INVESTMENT.com
: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem anderen Interessenverband der Honorarberater, dem BVDH mit den Herren Schmidt und Rauch?

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Von: Oliver Lepold
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