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31.01.2012 18:52
Rubrik: Finanzboulevard

Diebstahl aus Überforderung: Leiter einer Bankfiliale veruntreut eine Million Euro

Gleich am ersten Prozesstag gab der Ex-Leiter einer Bankfiliale aus Oberfranken zu, mehr als eine Million Euro veruntreut zu haben. Er sei mit seinem Job überfordert gewesen und habe versucht, durch die Manipulationen sein Versagen zu verschleiern, erklärte der Angeklagte.

Der ehemalige Filialleiter der Sparkasse Forchheim gestand vor dem Oberlandesgericht Barmberg, offene Kredite von Kunden ausgeglichen zu haben, indem er sich das dazu notwendige Geld von Konten gut betuchter Klienten holte. Als Motiv nannte der Mann die Zielvorgaben seiner Bank, die er anders nicht habe erfüllen können.

Er habe die offenen Kredite ausgeglichen, damit seine Filiale nicht negativ bei den jährlichen Umsatzprüfungen auffällt, erklärte der 35-jährige Familienvater. Außerdem habe er seit 2007 überhöhte Guthabenzinsen gezahlt, aus Angst, seine Kunden zu verlieren.

Neben seinen überschuldeten Kunden hatte der Angeklagte aber auch an sich gedacht. So räumte er ein, von einem Konto 100.000 Euro in bar abgehoben und sich von dem Geld einen Audi A7 gekauft zu haben.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann zwischen 2007 und 2011 insgesamt 28 Mal unbefugt auf Konten seiner Kunden zugegriffen haben. Der Schwindel flog auf, als eine Kundin eine größere Geldsumme abheben wollte und feststellte, dass ihr Konto leergeräumt war. Daraufhin stellte sich der Filialleiter im April 2011 selbst der Polizei.

Von: Svetlana Kerschner

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