Zahlen wollen und zahlen können
Für diese Entscheidung dürfte Olaf-Johannes Eick lange mit sich gerungen haben. Weil der Inhaber der Schweizer Investmentboutique Multi Invest im vergangenen Jahr bei einem Rohstoff-Investment daneben gegriffen hatte, kaufte er das verfallene Papier jetzt auf eigene Rechnung aus den von ihm betreuten Dachfonds heraus. Kosten der Aktion: 10 Millionen Euro.
Ein Vorgang (10 Millionen Euro aus eigener Tasche: Multi-Invest-Chef kauft seinen Fonds Flop-Aktien ab), der Respekt verdient – und gleichzeitig die größte Stärke und einen wesentlichen Schwachpunkt von Investment-Boutiquen aufzeigt. Deren Manager empfinden Anlegern gegenüber häufig ein ganz besonderes Verantwortungsbewusstsein, das den großen Kapitalsammelstellen in dieser Ausgeprägtheit fremd ist.
Andererseits: Wer seine Kunden mit Kulanz beeindrucken will, muss dazu auch die finanziellen Mittel besitzen. Letzteres gilt umso mehr, wenn es anders als im Falle Eick um möglicherweise juristisch relevantes Fehlverhalten geht.
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Daraus resultierende Forderungen lassen sich notfalls einklagen – die Zahlungsfähigkeit des Beschuldigten vorausgesetzt. Wenn es statt um 10 um 100 Millionen Euro geht, ist es ein beruhigendes Gefühl, es mit einem wirtschaftlich potenten Prozessgegner zu tun zu haben.
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