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10.02.2009 16:19
Rubrik: Fonds

BVI blickt auf dramatisches Geschäftsjahr zurück

Wolfgang Mansfeld, BVI

Als „das schlechteste Jahr der Investmentgeschichte in Deutschland“, bezeichnete Wolfgang Mansfeld, der Präsident des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) das Jahr 2008 heute auf der Jahrespressekonferenz. Unter den Publikumsfonds stechen Geldmarktfonds als die größten Verlierer hervor.

Dach- und Mischfonds sowie die ausschließlich den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds konnten sich dagegen, so BVI, als „ein starkes Standbein im Fondsgeschäft“ erweisen. Angesichts der Liquiditätskrise bei den offenen Immobilienfonds im Oktober 2008 kündigte BVI ein „Lösungspaket zur Verbesserung der Liquiditätssteuerung“ an.

Auf 27,8 Milliarden Euro beliefen sich, dem BVI zu Folge, die Netto-Abflüsse bei den Publikumsfonds im vergangenen Jahr. Dabei standen vor allem Geldmarktfonds und geldmarktnahe Rentenfonds ganz oben auf der Verkaufsliste. „Die Ende September 2008 angekündigten Pläne zur Verschärfung der Besteuerung von steueroptimierten Geldmarktfonds führten im Oktober zu Mittelabflüssen von knapp 16 Milliarden Euro“, so der Verband. Zudem gaben verunsicherte Anleger nach der Garantieerklärung der Bundesregierung für Bankeinlagen Anfang Oktober in kurzer Zeit Anteile im Wert von rund 29 Milliarden Euro zurück. Aus Rentenfonds, die keine geldmarktnahen Produkte enthielten, zogen die Anleger von Anfang Januar bis Ende Dezember 2008 17,8 Milliarden Euro ab.

Die höchsten Mittelzuflüsse von insgesamt 9,3 Milliarden Euro konnten dagegen Dachfonds verzeichnen. Außerdem trieb das verstärkte Sicherheitsbedürfnis zahlreicher Anleger die Nachfrage nach wertgesicherten Fonds hoch. Diese haben 6,1 Milliarden eingenommen, wobei Garantiefonds mit einem Zufluss von 7,4 Mrd. Euro im Vordergrund standen. An die dritte Stelle der Top-Seller haben es die Mischfonds mit einem Netto-Mittelaufkommen von 2,4 Milliarden Euro geschafft.

Die Mittelzuflüsse der Spezialfonds, die der Verband als „ein starkes Standbein im Fondsgeschäft“ bezeichnete, lagen bei 19,9 Milliarden Euro. Die stärksten Zuflüsse kamen dabei von Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen, die zusammen 55 Prozent des Spezialfondsvermögens ausmachen. Kreditinstitute gaben dagegen – bedingt durch den erhöhten eigenen Liquiditätsbedarf – Spezialfondsanteile im Wert von rund 6,4 Milliarden Euro netto zurück.

Um das durch die Schließung mehrerer offener Immobilienfonds im Oktober 2008 (DAS INVESTMENT.com berichtete) erschütterte Vertrauen in diese Assetklasse wiederzugewinnen und weiteren Liquiditätsengpässen vorzubeugen, schlug der Verband ferner drei Maßnahmen vor. So wurde die von der BVI bereits häufiger vorgebrachte Forderung nach einer gesetzlichen Kündigungsfrist von zwölf Monaten für institutionelle Anleger wiederholt. Außerdem sollen Kapitalgesellschaft bei Rückgaben von 5 Prozent des Fondsvermögens innerhalb von 30 Tagen künftig eine Kündigungsfrist von 90 Tagen für alle Anleger einführen dürfen. Drittens soll den Gesellschaften, so der BVI, auch eine Einführung strengerer Kündigungsfristen erlaubt sein.

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