„Ich denke nicht, dass man gleich von einer Krise sprechen sollte“
Die zwölf „geschlossenen“ Offenen Fonds sind momentan das große Thema in der Finanzbranche. Die Marktstimmung ist von Pessimismus und Misstrauen geprägt. Wie gerechtfertigt ist diese Stimmung? DAS INVESTMENT.com sprach mit Markus Kurz, Vertriebsdirektor von Hansainvest, über die Gründe der Liquiditätsprobleme, mögliche Kündigungsfristen für Großinvestoren und den langfristigen Charakter von Immobilienanlage.
DAS INVESTMENT.com: Welchen Anteil machen die zwölf Fonds an den gesamten Offenen Immobilienfonds aus?
Markus Kurz: Der Gesamtmarkt der Offenen Immobilienfonds umfasst insgesamt 43 Fonds. Beim Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) waren im August 2008 35 verzeichnet. Jedoch stehen einige nicht für alle Anleger offen. Andere setzen eine Mindestanlage von 300.000 Euro und mehr voraus und stellen somit kein typisches Investment eines durchschnittlichen Privatanlegers dar. Lässt man diese außer Acht, so verbleiben lediglich 26 offene Immobilienfonds, die ohne Mindestanlage für alle verfügbar sind. Stellt man nun die 12 „geschlossenen" Offene Immobilienfonds ins Verhältnis, so machen diese einen nicht unerheblichen Anteil aus.
DAS INVESTMENT.com: Was betrachten Sie als die Hauptursache der Liquiditätsprobleme, die zur Schließung dieser zwölf Fonds geführt hatten?
Kurz: Das Hauptproblem waren die Mittelabflüsse, die überwiegend durch semi-institutionelle Investoren wie Dachfonds und Vermögensverwalter mit ihren hohen Einlagen verursacht wurden. Als diese Großanleger ihre Anteilscheine kurzfristig zurückgegeben hatten, hat das die Fonds in Bedrängnis gebracht.
DAS INVESTMENT.com: Wie sieht es bei dem von Hansainvest aufgelegten Fonds Hansaimmobilia aus? Droht Anlegern des Fonds nun auch ein Rücknahmestopp der Fondsanteile?
Kurz: Nein, beim Hansaimmobilia droht keine Aussetzung der Anteilsrücknahme. Die Bruttoliquiditätsquote ist stabil und liegt weiterhin mit 22 Prozent des Fondsvermögens, beziehungsweise etwa 108 Millionen Euro deutlich über der gesetzlichen Mindestgrenze von 5 Prozent. Außerdem zielt die Ausrichtung des Fonds hauptsächlich auf Privatanleger und Versorgungswerke berufständischer Einrichtungen, beides Anlegergruppen mit langfristigem Anlagehorizont. Die institutionellen Anleger machen nur einen geringen Prozentsatz unserer Investoren aus.
DAS INVESTMENT.com: Wie kam es zu dieser Fokussierung auf Kleinanleger?
























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