Star-Fondsmanager Francois Mouté: „Ich will radikale Maßnahmen“
Francois Mouté von Neuflize Private Assets ist einer der besten europäischen USA-Fondsmanager. Er bereitete sich rechtzeitig auf die Finanzkrise vor, hält weder Finanzaktien noch Konsumwerte, und muss doch eingestehen, dass derzeit nur die Hoffnung zählt. DAS INVESTMENT.com sprach mit dem Manager des Fortis US Opportunities Fonds (A0Q6WJ).
DAS INVESTMENT.com: „Wir sehen derzeit nur die Spitze eines Eisberges und die Aktienmärkte haben die Krise längst nicht eingepreist.“
Francois Mouté: Das ist von mir.
DAS INVESTMENT.com: Richtig, das war Mitte 2007 in einem Bloomberg-Gespräch. Wie viel Eisberg sehen wir heute, anderthalb Jahre später?
Mouté: Schon eine ganze Menge. Ich bin nur immer noch sehr überrascht, wie viele Experten heute noch überrascht sind vom Ausmaß der Krise. Doch ich muss auch enttäuschen: Es ist ein sehr, sehr großer Eisberg, und ich kann nur hoffen, dass wir langsam aber sicher das ganze Ungetüm zu sehen bekommen. Wir befinden uns in der schlimmsten Krise, vergleichbar mit der Krise von 1929. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Wir müssen nur lernen, die richtigen Schlüsse ziehen und Entscheidungen treffen, damit uns die Jahre 1930, 31 und 32 erspart bleiben und wir gleich im Jahr 1933 ankommen.
DAS INVESTMENT.com: Wie schafft man den Zeitsprung?
Mouté: Ich will radikale Maßnahmen. Eine Verstaatlichung der amerikanischen Banken wäre kein Desaster. Sie würde Stabilität bringen und die Krise hätte hoffentlich einen Boden gefunden. Außerdem hoffe ich auf die Rückkehr der Inflation. Die US-Wirtschaft braucht Wachstum. Der Konsument fällt weg, der ist „out of action“. Jetzt müssen die Schulden und die Liquidität helfen. Eine gesunde Inflation würde das Wachstum erhöhen. Das wäre ein gutes Zeichen auch für den Rest der Welt.
DAS INVESTMENT.com: Sie sprechen viel von Hoffnung und „hoffentlich“. Greifen objektive finanzmathematische Instrumente derzeit nicht?
Mouté: Nein. Wir haben so schöne Modelle entwickelt, ganz einfache Tools. Die kann ich aber momentan nicht gebrauchen. Es gibt nur die subjektive Hoffnung.
























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