Thames River Global Bond Euro: Das Bondhaus an der Themse
Als Paul Thursby seine ersten Erfahrungen am Rentenmarkt sammelte, hatten Telefone noch Schnüre und ein mittelmäßiger Schauspieler regierte die USA. Ein Vierteljahrhundert ist das jetzt her. Thursbys Partner Peter Geike-Cobb bringt es auf 20 Jahre am Rentenmarkt. Zusammen managen sie den Global Bond Euro von Thames River Capital, eine Investment-Boutique für Renten- und Hedge-Fonds in London. Vor allem in den vergangenen drei Jahren leisteten sie überzeugende Arbeit.
Von Anfang 2006 bis Ende 2008 legte der Thames-River-Fonds um 24,3 Prozent zu. Die Lipper-Vergleichsgruppe für globale Rentenfonds verlor dagegen 7,8 Prozent.
Rechtzeitig Langläufer kaufen
Ein Grund für den Erfolg war ihr gutes Timing. Zum Beispiel vor anderthalb Jahren, als die Kreditkrise ausbrach. Da schichteten sie ihr Portfolio in lang laufende Anleihen um. Genau rechtzeitig, bevor sich die Masse der Anleger auf die Qualität von Staatsanleihen besann. Ebenso hatte das Gespann die Courage, zu Beginn 2008 US-Dollar zu kaufen und britische Pfund und Euro leer
zu verkaufen. Ein guter Griff: Der Dollar legte im Jahresverlauf gegenüber dem Euro letztlich um 4,3 Prozent zu.
Strikte Vorgaben sichern ab
Neben dem guten Timing bei den Laufzeiten nützte es Thursby und Geike-Cobb sicherlich auch, dass sie sich auf Staatsanleihen konzentrieren und die in letzter Zeit sehr schwachen Unternehmensanleihen außen vor lassen. Exotischere Schuldner wie Korea, Thailand oder Singapur sind auf ein Zehntel des Fondsvermögens begrenzt. Mindestens 80 Prozent müssen in Anleihen und Währungen der 30 OECD-Staaten liegen. Kapitalschutz und absolute Gewinne gehen bei Rentenanlagen vor, lautet die Devise.
Angesichts der enorm gestiegenen Kurse für Staatsanleihen haben die Fondsmanager die Laufzeit im Portfolio wieder deutlich reduziert, um das Kursrisiko zu senken. Dass die Kurse am Rentenmarkt plötzlich einbrechen, erwarten sie jedoch nicht. „Wir glauben nicht, dass die globale Wirtschaft höhere langfristige Zinsen als die aktuellen vertragen würde“, sagt Geike-Cobb. Dies würde die Hypothekenzinsen treiben und dem ohnehin schon angeschlagenen US-Hausmarkt und damit auch dem US-Konsumenten den Rest geben. Er erwarte deshalb, dass öffentliche Stellen Staatsanleihen aufkaufen, um damit die Kurse hoch und die Renditen niedrig zu halten.
























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