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10.07.2009 10:14
Rubrik: Fonds

Galiplan-Manager: „In jedem Jahrzehnt herrscht ein anderer Trend“

Fondsmanager und Systementwickler
Steffen Hauptmann

Was gerade an der Börse passiert, ist nur eine Rally in einem ausgeprägten Abschwung – Steffen Hauptmann, Fondsmanager eines quantitativen Fonds aus dem Hause Galiplan, zeigt sich nicht sehr optimistisch, was die aktuelle Lage am Aktienmarkt betrifft. Im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com begründet er, wie er zu dieser Ansicht kommt und welche Regel den Aktienmarkt über 100 Jahre prägt.

Steffen Hauptmann hat im Portfolio des Aktienfonds Galiplan Aktien Global AMI (WKN: A0F5HG) die Handbremse noch angezogen. Er managt den Fonds nach einem selbst entwickelten quantitativen System, für das er Datenmaterial aus fast 100 Jahren Kapitalmarkt verarbeitet hat. Es soll langfristige Zyklen erkennen und nutzen und dabei niedrigere Risiken fahren als der Markt. Derzeit steht die Systemampel auf Rot, wie Hauptmann im folgenden Gespräch erklärt.

DAS INVESTMENT.com: In einer Pressemitteilung vom Mai steht, dass Sie den jüngsten Kursaufschwung für eine Bärenmarkt-Rally halten. Damit stellen Sie sich gegen einige Experten wie beispielsweise Olgerd Eichler oder einige Behavioral-Finance-Spezialisten.

Steffen Hauptmann: Das ist interessant, dass so viele an den Aufschwung glauben. Das bestätigt mich in meiner Meinung.

DAS INVESTMENT.com: Was macht Sie so pessimistisch?

Hauptmann: Es gibt noch immer viele Merkmale, die ich an der aktuellen Situation vermisse, die aber für eine nachhaltige Trendwende wichtig sind. Beispielsweise ist das Tempo der Erholung zu hoch gewesen. Die Börsenumsätze sind zurückgegangen. Bei einem echten Tiefpunkt ist es genau anders herum: Die Bodenbildung verläuft unspektakulär und flacher. Die Volumen ziehen an, weil sie kurz vor dem Tiefpunkt sehr stark zurückgehen. Und Insider kaufen verstärkt. Derzeit verkaufen sie aber per saldo sogar.

DAS INVESTMENT.com: Im März 2003 brach zur Trendwende der Irak-Krieg aus, und der Dax rannte bis zum Jahresende von 2.200 auf fast 4.000 Punkte. War das unspektakulär?

Hauptmann: Sicher nicht. Ich zähle allerdings auch die Zeit seit dem Herbst 2002 zur Bodenbildung hinzu. Das war eine lange Zeit mit ausgeprägter Seitwärtsbewegung, zumindest am amerikanischen Markt.

Von: Andreas Scholz

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