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24.04.2009 11:48
Rubrik: Fonds

Schnellschuss-Film über Madoff

Die Homepage des neuen Madoff-Films

Wer zuerst filmt, kassiert zuerst. Diese zweifelhafte Regel im Kinogeschäft will nun auch ein B-Produzent aus Hollywood für sich nutzen. Sein Ziel: Den größten Finanzbetrug der Wall-Street-Geschichte auf die Leinwand bringen.

Dahinter steckt der Produzent der eher unbekannten Filmfirma Dragon-Lion Media, Edmund Druilhet. Er arbeitet gleich an zwei Projekten: Den Kinofilm „Madoff: Made Off with America“ über den Betrugsfall selbst, und die Dokumentation „Satan of Wall Street“ über Madoffs Rolle in den Medien.

Zum Hintergrund: Der ehemalige Starinvestor Bernard Madoff hat mehr als 13 Jahre lang ein Schneeballsystem betrieben, über das er seinen Anlegern hohe und gleichmäßige Gewinne vorgaukelte. Insgesamt veruntreute er so mehrere Milliarden Dollar (DAS INVESTMENT.com berichtete).

In Interviews gibt sich Produzent Druilhet als eine Art Rächer der Betrogenen. Sein Vater habe die Hälfte seiner Pension wegen Madoff verloren, sagte er den West Palm Beach News in Florida, wo er einige Szenen drehen ließ. Er habe generell Mitleid mit Opfern von Räubern.

Ob sein Film jedoch dem Ausmaß des Madoff-Skandals gerecht wird, daran darf man gern zweifeln. Denn Dragon-Line Media hat bisher nur als Produzent von Action-Ramsch oder anderer B-Ware hervorgetan. Der Strahlemann Druilhet selbst hatte seine größten Momente als Co-Produzent einiger weniger Leinwanderfolge.

Große Namen sucht man in seinem Madoff-Machwerk denn auch vergeblich. Auf der Film-Webseite (www.madoffwithamerica.com) können Besucher die Kandidaten für die Hauptrolle begutachten und sogar bewerten. Das mag noch nichts heißen, aber: Wenn diese Schauspieler Bernard Madoff in entfernter Weise ähneln sollen, braucht Druilhet einen verdammt guten Maskenbildner.

Eine erste Kurzfassung des Films will Druilhet auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes präsentieren. Der fertige Film soll im August anlaufen.

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