Ein Jahr Afrika-Expedition: DWS-Fondsmanager Schleuniger im Gespräch
Im Juli 2008 begibt sich die DWS erstmals auf Safari und legt den DWS Invest Africa (WKN DWS0QM) auf. Der Fonds erlebt einen katastrophalen Start. Seit Anfang des Jahres geht es jedoch um über 50 Prozent bergauf. DAS INVESTMENT.com sprach mit Fondsmanager Jens Schleuniger über das erste Jahr des Exoten.
DAS INVESTMENT.com: Im Juli vergangenen Jahres einen Afrika-Fonds aufzulegen, ist wie Baden gehen bei einer Sturmflutwarnung. Wann wussten Sie, dass der Termin nicht gerade günstig gewählt war?
Jens Schleuniger: Schon 14 Tage später. Der Ölpreis war bei 146 Dollar, Platin bei 2.200 Dollar. Das war alles zu gut, um wahr zu sein. Und so war es dann ja auch.
DAS INVESTMENT.com: Unglückliches Timing.
Schleuniger: Manchmal kann man es sich nicht aussuchen. Wir wollten den Fonds eigentlich schon ein Jahr früher auf den Markt bringen, aber die Registrierung hat sich immer wieder hingezogen.
DAS INVESTMENT.com: Der Fonds verliert 40 Prozent in den ersten sechs Monaten und steigt seit Anfang des Jahres um über 50 Prozent. Das ist ja mal Schwellenländer-Halligalli in Reinkultur.
Schleuniger: Im vergangenen Jahr hat eine massive Übertreibung nach unten stattgefunden. Der Risikoappetit war auf dem Nullpunkt, ganz solide Unternehmen waren auf einmal fast nichts mehr wert, die Währungen wurden schwächer. Das war keine schöne Zeit.
DAS INVESTMENT.com: Aber nun geht es ja wieder flink nach oben. Erholen sich die Märkte lediglich oder wird jetzt im positiven Sinne übertrieben?
Schleuniger: Sowohl als auch. Einzelne Rohstoffunternehmen sind schon wieder sehr sportlich bewertet und teilweise auch etwas übertrieben, da bin ich jetzt eher vorsichtig. Dann gibt es noch Konsumwerte, etwa Brauerein aus Nigeria, die haben ganz exzellente Zahlen geliefert. In Telekomwerten ist auch noch genügend Fantasie. Afrika ist ein sehr spannender und vor allem langfristiger Trend, genauso wie der Bric-Ansatz.
DAS INVESTMENT.com: Der afrikanische Rohstoffmarkt hängt aber stark vom Wohl und Weh der chinesischen Wirtschaft ab. Ist der Kontinent mehr als nur ein großer Baumarkt für chinesische Unternehmen.
























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