Scope: Offene Immobilienfonds sind nicht überbewertet
Nach der millionenschweren Abwertung des offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value (WKN A0F6G8) fragen sich viele Anleger, ob auch andere Immobilienfonds zu hoch bewertet sind. „Nein“, meint Scope Analysis. Die Rating-Agentur hat die Bewertungsniveaus der offenen Immobilienfonds in Deutschland geprüft.
„Aktuell konnte keine auffällige Überbewertung auf Portfolioebene festgestellt werden“, erklärt Scope in einer Mitteilung. Bei einer Reihe von Fonds sind bereits in den vergangenen Monaten Bewertungskorrekturen bei zahlreichen Objekten erfolgt.
Gleichzeitig haben Insolvenzen und Personalabbau bei Mietern die Leerstände branchenweit ansteigen lassen. Insbesondere Mietverträge, die in den kommenden zwei bis drei Jahren auslaufen, stellen laut Scope ein großes Risiko dar.
„Die Vermietungsquote auf Branchenebene ist erkennbar rückläufig: Sie beträgt aktuell 94,89 Prozent“, so Scope weiter. Die schlechtesten Vermietungsquoten weisen dabei ältere Fonds auf, die neben auslaufenden Mietverträgen auch den höchsten Modernisierungsbedarf bei den Fondsobjekten haben. Besonders schlimm steht es dabei um den1988 aufgelegten Hansa Immobilia (WKN 981770): Die Vermietungsquote betrug zum Stichtag am 30. Juni nicht einmal 86 Prozent. Am zweitschlechtesten ist mit 86,6 Prozent der Euro Immo Profil (WKN 982001) vermietet. Der Fonds befindet sich bereits seit mehr als vier Jahrzehnten auf dem Markt.
„Die unbefriedigende Vermietungsquote beim Hansa Immobilia ist vor allem auf hohe Leerstände in deutschen und belgischen Objekten zurückzuführen“, erklärt die Rating-Agentur. Der Leerstand in diesen Ländern liege bei diesem Fonds im Durchschnitt bei über 30 Prozent.
Jüngere Fonds profitieren doppelt
Jüngere Fonds profitieren hingegen von den erst vor wenigen Jahren abgeschlossenen langfristigen Mietverträgen. Darüber hinaus weisen die Immobilien in ihrem Portfolio in der Regel ein geringeres wirtschaftliches Alter auf. Damit lassen sie sich flexibler an den Mieterbedarf anpassen, benötigen geringere Bewirtschaftungskosten und lassen mehr Spielraum bei der Preisgestaltung. Dies schlägt sich auch bei der Besetzung der Spitzenplätze bei der Vermietungsquote nieder.
Der Fonds mit dem aktuell geringsten Leerstand ist ein institutionelles Produkt – der Westinvest Immo Value (WKN 980143) der Deka-Tochter Westinvest. Bei den Publikumsfonds führen der Kanam Grundinvest (WKN 679180), der TMW Immobilien Weltfonds (WKN A0DJ32) und der Degi International (WKN 800799) mit einer Vermietungsquote zwischen 98,9 und 98 Prozent. Alle vier Fonds wurden zwischen 2001 und 2005 aufgelegt.
























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