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23.09.2009 11:08
Rubrik: Fonds

Offene Immobilienfonds: Wegen Renovierung geschlossen

Millenium Tower in Bukarest
Quelle: Christian Chirita / Wikipedia

Offene Immobilienfonds sind ein Sanierungsfall. Ihren Konstruktionsfehler zeigt die jüngste Krise deutlicher denn je. Ändern die Anbieter nichts an den Regeln, werden einige Fonds noch häufiger zumachen müssen

150 Feuerwehrleute, 37 Löschfahrzeuge, Feuer in Rekordhöhe. Am 26. Juni, 22 Uhr 25, hatte ein Passant den diensthabenden Angestellten der Sicherheitsfirma im Bukarester Millennium Business Center (MBC) auf eine brennende Leuchtreklame hingewiesen. Nur wenig später brannten die Stockwerke 11 und 14 bis 17 des Hochhauses, das dem offenen Immobilienfonds Degi International gehört.

Dreieinhalb Stunden dauerte es, bis das Feuer im höchsten Gebäude Rumäniens gelöscht war. Für Anleger vorerst kein Problem: Mietausfälle trägt eine Versicherung für bis zu drei Jahre, die Kosten für die nötige Renovierung ebenfalls.

Der Brand in Bukarest ist gleichwohl Sinnbild für den derzeitigen Zustand der Branche: Anfang Mai meldete die Nachrichtenagentur Reuters, einige deutsche Immobilienfonds „bekämpfen ihre eigenen Feuer, seit panische deutsche Anleger aus den Fonds geflohen sind“.

Wie heftig die Brände sind, wie lange es dauern wird, sie zu löschen, und wer am Ende zahlt, ist bislang anders als beim Hochhaus der Degi noch weitgehend offen. Denn bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren offenbart sich die größte Schwachstelle der vor 50 Jahren gestarteten Fondsklasse: der Spagat zwischen täglichem Handel der Fondsanteile und einer wenig liquiden Anlageklasse wie Immobilien.

Wenn Anleger massenweise ihr Geld zurückhaben wollen, bekommen die Fonds ein Problem

Wenn Anleger wie zuletzt im Oktober 2008 massenweise ihr Geld zurückhaben wollen, bekommen die Fonds ein Problem. Gerade in einem schlechten Marktumfeld wie im Herbst vergangenen Jahres können sie ihre Immobilien nicht schnell genug verkaufen, um ihre Anleger auszuzahlen. Reicht die Liquidität im Portfolio nicht, ist die zwangsläufige – und gesetzlich verankerte – Folge: Sie machen ihre Fonds zu, keiner kommt mehr raus, und das für bis zu zwei Jahre.

Insgesamt zwölf Fonds mit rund 40 Prozent des in offenen Immobilienfonds investierten Kapitals waren in der Spitze betroffen, heute sind es noch drei. Und einige Fonds könnten neuerlich dicht machen, wenn sich die Hoffnungen auf neues Anlegergeld nicht erfüllen. „Wahrscheinlich hätten alle offenen Immobilienfonds geschlossen werden müssen, wenn sie nicht durch konzerneigene Einheiten oder Fonds gestützt worden wären“, sagt Maik Rissel. Der Leiter des Immobilien-Portfoliomanagements bei Marcard, Stein & Co. ist unter anderem Anlageberater des Immobiliendachfonds DJE Real Estate und hat die Schließungen „zähneknirschend akzeptiert, um Notverkäufe in einem schlechten Marktumfeld zu verhindern“.

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