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04.01.2010 10:00
Rubrik: Fonds

Fondsmanagerin des FT Emerging Arabia: „Dubai ist nicht systemrelevant“

Birgit Ebner

Der FT Emerging Arabia investiert zu mindestens 75 Prozent in den Staaten des Golf-Kooperationsrates, zu denen auch Dubai gehört. Fondsmanagerin Birgit Ebner erläutert, warum sie die Folgen der aktuellen Zahlungskrise für überschaubar hält

DER FONDS: Sie kennen Dubai von etlichen Investorenreisen, haben all die Protzbauten vor Ort gesehen. War es nicht absehbar, dass den Scheichs irgendwann das Geld ausgeht?

Birgit Ebner: Nicht unbedingt. In der Vergangenheit ist in solchen Fällen immer das Nachbar-Emirat Abu Dhabi eingesprungen. Für die Kapitalmärkte war das gewissermaßen Gesetz, ich kenne niemanden, der das im Vorfeld angezweifelt hätte. Letztlich ist es ja auch dieses Mal wieder so gekommen.

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DER FONDS: Was aber nicht auf ewig so bleiben muss.

Ebner: Richtig, deshalb gibt es zu einer Restrukturierung auch keine Alternative. Für den einen oder anderen Gläubiger Dubais mag das schmerzhaft sein, langfristig profitiert die Region jedoch davon. Dubai ist nicht systemrelevant, genauso wenig wie es 1997 Thailand in der Asienkrise war. Aus der sind die betroffenen Länder auch herausgekommen, und sie stehen heute stärker da als damals. In Abu Dhabi, Saudi-Arabien und Katar sollte es genauso sein.

DER FONDS: Was macht die Golfstaaten für Investoren interessant?

Ebner: Sie verfügen nicht nur über 45 Prozent der abbaubaren Erdölreserven und rund ein Drittel der globalen Erdgasvorkommen, sondern auch über eine stark wachsende und überdies sehr junge Bevölkerung. Ein großer Teil der Öleinnahmen fließt in Industrie- und Infrastrukturprojekte, die in den kommenden Jahren die Diversifikation entscheidend voranbringen werden. All das zusammen lässt erwarten, dass die Wirtschaft weiterüberdurchschnittlich wächst.

DER FONDS: Das sind die langfristigen Perspektiven, aber wie geht es in den nächsten Wochen und Monaten weiter?

Ebner: Vieles wird davon abhängen, wie Dubai mit der angesprochenen Restrukturierung seiner Schulden umgeht. Da kann es durchaus noch die eine oder andere Irritation mit entsprechenden Kursbewegungen geben. Der größte Schock ist jedoch verdaut, und anders als noch Mitte November kann kein Investor mehr sagen, er wüsste nicht Bescheid.

DER FONDS: Wie haben Ihre Anleger auf den Schock reagiert?

Ebner: Einige wollten natürlich im ersten Moment verkaufen. Wegen der Eid-Ferien waren jedoch die meisten Börsen der Region geschlossen, weshalb wir den Anteilspreis notgedrungen für eine Woche ausgesetzt haben. Das hat offenbar für eine Neueinschätzung gereicht, die ursprünglich avisierten Verkaufsaufträge blieben danach aus. Momentan haben wir sogar leichte Zuflüsse von 400.000 bis 500.000 Euro pro Tag.

Von: Egon Wachtendorf

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