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23.03.2010 14:31
Rubrik: Fonds

Philip Kalus über Dachfondsmanager: Fondsboutiquen bedeuten Karriere-Risiko

Philip Kalus

Ob Carmignac, DJE Investment oder LBBW Asset Management: Viele europäische Investmentboutiquen haben in den vergangenen Jahren den Dachfondsmanagern satte Gewinne beschert. Warum die kleinen Performancetreiber derzeit trotzdem gemieden werden, erklärt Vermögensberater Philip Kalus in einem Gast-Beitrag für die britische Finanzagentur Citywire. Wir haben den Beitrag für Sie zusammengefasst.

Edouard Carmignac, Gründer der Investmentboutique Carmignac Gestion, steht für Outperformance. Seine Überflieger-Fonds Carmignac Patrimoine und Carmignac Investissement ließen in den vergangenen Jahren die internationale Konkurrenz weit hinter sich. Auch Erfolge anderer kleinerer europäischer Investmenthäuser, deren Manager häufig ihr Privatvermögen in die hauseigenen Produkte anlegen, konnten sich sehen lassen.

„Trotzdem schrecken viele europäische Dachfondsmanager davor zurück, Produkte von Investmentboutiquen in ihr Portfolio aufzunehmen“, erklärt Kalus. Der Grund sei ein Trend, den der Gründer und Chef der Vermögensberatung Kalus Hoelscher Capital „Post-Madoff-Effekt“ nennt. Nach den massiven Verlusten in der Finanzkrise habe sich der Druck auf Portfoliomanager erhöht. Wer unnötige Risiken eingeht, stehe unter Rechtfertigungszwang – und riskiere mitunter seine Karriere.

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„Wenn ein Produkt eines globalen Fondsriesen 200 Basispunkte unter seiner Benchmark liegt, wird das so hingenommen. Liegt ein eigentlich brillanter Fonds einer Investmentboutique kurzfristig 100 Basispunkte unter dem Klassendurchschnitt, kann sich der Dachfondsmanager auf viele Fragen einstellen“, zitiert Kalus einen befreundeten Dachfondsmanager. Gerade für jüngere Portfoliomanager, die sich noch nicht bewährt haben, bedeute das häufig ein Karriere-Risiko.

Dies sei jedoch nur eine kurze Momentaufnahme und kein langfristiger Trend, so Kalus weiter. Die meisten Dachfondsmanager seien gut gerüstet, um Risiken beurteilen und Fallstricke erkennen zu können – ganz gleich, ob es sich um Produkte einer globalen Fondsgesellschaft oder einer kleinen Investmentboutique handelt. Um einen Mehrertrag gegenüber dem Vergleichsindex erzielen zu können, werden die Manager in Zukunft gezwungen sein, auf eine breite Palette von Produkten größerer und kleinerer Investmentgesellschaften zurückzugreifen.

Von: Svetlana Kerschner

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