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12.08.2010 15:43
Rubrik: Fonds

Carmignac: Eric Le Coz gibt Fehler zu

Eric Le Coz

„Ich möchte es lieber nicht zugeben, aber wir haben die Trends im Monatsverlauf nicht optimal ausgenutzt“, schreibt Eric Le Coz, Leiter des Produktentwicklungsteams der französischen Investmentboutique Carmignac in seinem jüngsten Monatsbericht. Lesen Sie, welche aktuellen Entwicklungen die erfolgreichen Franzosen nach eigenen Angaben verschlafen haben und wie es mit den Märkten weitergeht.

Irren ist menschlich: Nach Warren Buffett, der sich vor kurzem mit Derivaten verspekulierte, gibt nun auch ein Investmentprofi von Carmignac, Eric Le Coz, Fehler bei der Verwaltung beider Flaggschiff-Fonds Carmignac Patrimoine und Carmignac Investissement zu. „Die US-Wirtschaft verliert an Schwung, die europäische macht gerade Pause“, schrieb der Experte bereits im vergangenen Monat. Und hatte ausnahmsweise Unrecht.

„Die Sommermonate haben eine spürbare Entwertung des Dollars sowie eine markante Erholung der anfälligsten Aktien gebracht“, schreibt Le Coz nun in seinem aktuellen Bericht. So legten beispielsweise die europäischen Bankentitel seit dem Tiefststand vom 8. Juni um 27 Prozent zu. Das Investmentteam von Carmignac hat diese Entwicklungen indes verschlafen, oder, mit den Worten von Le Coz „nicht optimal ausgenutzt“. Der Grund war übertriebene Vorsicht. „Unser Fokus lag wohl etwas zu sehr auf dem Rohstoff Gold, dem „sicheren Hafen“ schlechthin, und zu wenig auf (europäischen) Bankaktien und dem Euro“, gibt der Carmignac-Experte zu.

Euro-Aufwertung war „akuter Schwächeanfall“ des Dollars

Gleichzeitig warnt der Franzose jedoch davor, nach der übervorsichtigen Haltung ins Gegenteil, also in den übertriebenen Optimismus zu verfallen. So hat laut Le Coz die Euro-Aufwertung eher mit einem „akuten Schwächeanfall“ des Dollars als mit einem wieder erstarkten Vertrauen in den Euro zu tun. Auch wenn derzeit intensiv über europäische Erholung, die vor allem auf den guten Zahlen Deutschlands basiert, berichtet wird, sei es derzeit nur schwer vorstellbar, dass das „alte Europa“ die USA an wirtschaftlicher Dynamik übertreffen könnte.

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Den europäischen Bankentiteln kamen insbesondere die vor kurzem durchgeführten „Stresstests“ zugute. Auch wenn 7 der 91 geprüften europäischen Finanzinstitute ihre Kapitalbasis um insgesamt 3,5 Milliarden Euro erhöhen mussten, stelle der Test einen Riesenschritt in Richtung verbesserter Transparenz dar. Insbesondere die spanischen Banken haben laut Le Coz eine besondere Striktheit und Transparenz an den Tag gelegt.

Banken im Hoch: Basel III auf Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben

Die Banken publizieren derzeit gute Ergebnisse, die nach Ansicht des Carmignac-Experten größtenteils geringeren Wertberichtigungen zu verdanken sind. „Den Banken geht es im Übrigen so gut, dass die Einführung des künftigen Regulierungsrahmens Basel III auf 2018 – das heißt auf den Sankt-Nimmerleins-Tag - verschoben wurde“, so Le Coz.

Für die Zukunft rechnet der Finanzmarktexperte damit, dass die US-Wirtschaft von einer regen Investitionstätigkeit und der guten Verfassung ihrer Unternehmen profitieren wird. Wann und in welchem Umfang Letztere wieder Mitarbeiter einstellen und so die derzeit mit 9,5 Prozent recht hohe Arbeitslosenquote verringern werden, sei indes noch unklar.

Europa werde dem US-Kurs folgen - bei hoher Arbeitslosigkeit, einer wachstumsfeindlichen Ausgabenpolitik sowie einer mehr oder weniger übertriebenen Steuerbelastung. Die Gewinner bleiben nach Coz’ Meinung die Schwellenländer, die das Gros des globalen Wachstumspotenzials verkörpern. Diese werden „den Beweis antreten, dass ihre Börsen- und Devisenmärkte sowohl das größere Wertschöpfungspotenzial wie auch die höhere Prognosesicherheit bieten“.

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