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15.10.2009 14:41
Rubrik: Fonds

Das große Gold-Interview: BlackRock-Managerin Catherine Raw im Gespräch

Catherine Raw

Der Goldpreis liegt über 1.000 Dollar und Aktien von Minengesellschaften zählen zu den großen Gewinnern des Börsenjahres. Inflationsängste treffen auf Konjunkturoptimismus. DAS INVESTMENT.com sprach mit Catherine Raw, Portfolio-Manager im Rohstoff-Team von BlackRock, über goldene Zeiten.

DAS INVESTMENT.com: Der Goldpreis erreicht täglich neue Höchststände. Können Sie am heutigen Goldpreis die Höhe der Inflation von morgen ablesen?

Catherine Raw:
Nein, das kann ich nicht. In glaube auch der breite Markt ist sich nicht einig, was die kommenden Monate auf uns zukommen wird. Es gibt nicht wenige, die japanische Verhältnisse und eine Deflation für möglich halten. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Notenbanken und Regierungen die derzeitige Niedrigzinsphase nicht vorschnell beenden werden. Sie werden sie eher etwas ausdehnen, und als Folge wäre eine Hyperinflation in den kommenden 18 Monaten denkbar.

DAS INVESTMENT.com: Ist Gold ein Inflationsschutz?

Raw: Teilweise. Gold läuft besonders gut in Phasen, in denen Unsicherheit über die Inflationsrate besteht. Man kann Gold mit einer Versicherung vergleichen, die im Falle einer Inflation eine angemessene Prämie zahlt. Institutionelle Investoren schätzen Gold daher besonders zur Diversifikation der Portfolien. Gold liefert einen Zusatzertrag, und die Korrelation zu klassischen Aktien- und Renteninvestments ist marginal, zum US-Dollar ist sie sogar negativ; fällt der Dollar, steigt der Goldpreis.

DAS INVESTMENT.com: Ein reines Aktieninvestment in Goldminen wäre 2009, zumindest rückblickend, der bessere Kauf gewesen. Hält die Hebelwirkung von Goldpreis zu Minenaktie weiterhin an?

Raw: Theoretisch natürlich. Sind die Kosten stabil, dann hat ein Goldunternehmen einen Hebel. Wenn der Goldpreis von 1.000 Dollar um ein Prozent auf 1.010 Dollar steigt, und die Mine für rund 900 Dollar Kosten pro Unze fördern kann, ist das ein signifikanter Hebel. Aber die operativen Kosten schwanken natürlich. Hohe Energiepreise, wie noch vor einem Jahr, wirken sich eher negativ auf die Kosten aus. Auf kurze Frist rechnen wir aber mit stabilen Kosten und einem Hebel zum Goldpreis.

DAS INVESTMENT.com: Werden höhere Einnahmen zu steigenden Förderaktivitäten führen?

Raw: Ja, ganz sicher. Aber von den ersten Untersuchungen bis zur aktiven Goldförderung vergehen in der Regel fünf bis sieben Jahre. Diese Zeitspanne ist auch ein Grund, warum der Goldpreis seinen Höhepunkt noch nicht erreicht haben dürfte.

DAS INVESTMENT.com: Investiert der BlackRock World Gold Fonds jetzt gezielter in Explorationsunternehmen?

Raw: Nein, wir bleiben konservativ. Wir wollen das unsere Investoren von einem hohen Goldpreis profitieren, nicht von der Hoffnung, dass ein Unternehmen irgendwann einmal eine Goldgrube findet. Wir mögen die großen Produzenten mit einem niedrigem Risiko und guten Wachstumsaussichten. Es ist auch nicht so einfach. Das „einfache Gold“ ist längst gefunden.

DAS INVESTMENT.com: Wo wird es schwierig?

Raw: Entweder in politisch instabilen Regionen. In Venezuela, Bolivien, Westafrika oder Russland. Oder in stabilen Ländern, wo die Vorkommnisse in einer geologisch sehr schwer und kostenintensiv zugänglichen Region liegen.

DAS INVESTMENT.com:
Wo steht der Goldpreis in zehn Jahren?

Raw: Das ist ganz schwer zu sagen. Ich glaube, dass Finanzinvestoren sicher nicht mehr so stark den Markt bestimmen werden, wie es heute der Fall ist. Dafür wird die Schmuckindustrie einen deutlich stärkeren Einfluss haben. Besonders durch das starke Wachstum in Indien und China. Aber einen Preis kann ich daraus nicht ableiten.

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