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25.06.2010 14:13
Rubrik: Fonds

Allianz Global Investors: „Wir wollen keine Mode-Investments“

James Dilworth, AGI

James Dilworth, seit Oktober 2009 Deutschland-Chef von Allianz Global Investors (AGI), über das Kennlernjahr mit der Commerzbank, deutsche Aktien-Muffel und milliardenschwere Probleme der Versicherungen.

DAS INVESTMENT.com: Vermissen Sie das Rampenlicht?

James Dilworth
: Wie kommen Sie denn darauf?

DAS INVESTMENT.com
: Erst waren Sie bei Goldman Sachs, dann bei Morgan Stanley und nun seit sechs Monaten bei Allianz Global Investors.

Dilworth
: Ich verstehe. Nun, ich war bei Goldman Sachs Asset Management. Dort ist es weit weniger spektakulär als im Investmentbanking. Aber natürlich hat die Finanzkrise ganz andere Auswirkungen auf das Investmentbanking gehabt und somit auch auf die Töchter im Asset Management. Bei AGI wird investiert und aufgebaut, insbesondere in Deutschland und Europa. Das ist eine wirkliche Herausforderung für mich. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich gewechselt bin.

DAS INVESTMENT.com
: Ein Hort der Glückseligkeit ist Asset Management in Deutschland nicht.

Dilworth
: Das ist sicher richtig. Aber die Absatzzahlen stabilisieren sich. Was  sicherlich sehr herausfordernd bleibt, ist unsere Neuaufstellung, denn die Dresdner Bank ist für uns kein proprietärer Vertriebspartner mehr. An ihre Stelle ist eine strategische Vertriebspartnerschaft mit der Commerzbank getreten.

DAS INVESTMENT.com
: Sie müssen einen Vertrieb erfinden?

Dilworth
: Wir müssen uns auf jeden Fall klarmachen, dass es nicht mehr reicht, Produkte zu kreieren und einfach in einen Kanal zu schleusen, in der Hoffnung, dass irgendwo etwas verkauft wird. Wir müssen uns mit Performance und guten Ideen behaupten. Und das alles sicher mit weniger Produkten. Wir wollen keine Mode-Investments mehr machen.

DAS INVESTMENT.com
: Ist das Kennlernjahr mit der Commerzbank vorbei?

Dilworth
: Ja, wir verstehen die Commerzbank besser und sie uns. Aber es wäre schade, wenn man sich so gut kennt, dass man nichts Neues mehr entdeckt.

DAS INVESTMENT.com
: Wo lagen die Probleme?

Dilworth
: Beide waren mit der Integration beschäftigt. Die Commerzbank mit der Dresdner und wir mit der Cominvest. Und das alles während der Finanzkrise. Jetzt kommen wir langsam in der Normalität an.

DAS INVESTMENT.com
: Die Commerzbank hat Partner. Carmignac, Blackrock und auch die DWS. Was haben Sie deren Flaggschiff-Produkten entgegenzusetzen?

Dilworth
: Zunächst einmal finde ich Konkurrenz gut. Das macht uns besser, und wir müssen liefern. Performance und gute Produkte, keine heißen Tipps und Trends.

Von: Egon Wachtendorf/Malte Dreher

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