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22.06.2010 09:13
Rubrik: Fonds

Nick Price: "Ich will die puren Wachstumsmärkte"

Nick Price

It´s time for Africa: Fidelity-Manager Nick Price ist für den EMEA-Fonds (A0MWZL) der Gesellschaft verantwortlich und verteilt das Kapital nach Osteuropa, Nahost und nach Afrika. Im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com analysiert der gebürtige Südafrikaner die letzten Abenteuerspielplätze der Börsenwelt

DAS INVESTMENT.com: Fidelity hat als eine der wenigen großen Fondsgesellschaften keinen Bric-Fonds im Angebot. Zumindest aus Vertriebssicht haben Sie eine große Chance vertan.

Nick Price: Für uns sind die weltweiten Schwellenländer mehr als nur die großen Vier. In diese Länder ist im Laufe der vergangenen Jahre sehr viel Kapital geflossen, und die Märkte sind derzeit recht teuer.

DAS INVESTMENT.com: Ist der Erfinder der Bric-Story, Goldman-Sachs-Chefvolkswirt Jim O´Neill, nur ein Modeschöpfer?

Price: Überhaupt nicht. Die Bric-Geschichte ist großartig. Und wenn O´Neill es geschafft hat, mit diesem Akronym Investoren für die vier Märkte zu begeistern, ist das sein großer Verdienst.

###BOX_6###

DAS INVESTMENT.com: Nun arbeiten Schwellenländer-Experten gerne mit Akronymen. Was haben die EMEA-Länder (Eastern Europe, Middle East und Africa) mit den Bric-Ländern gemeinsam?

Price: Ich investiere in Unternehmen aus den aufstrebenden Staaten Osteuropas, in Nahost und ganz Afrika. Der Ausbau der Infrastruktur ist vor allem in der Türkei, Südafrika, Ägypten und in Russland ein Wachstumstreiber. Gleiches gilt für den Konsum von über 140 Millionen Russen, in ganz Osteuropa und von über 900 Millionen Afrikanern. Dabei sind die Ausgangslagen natürlich sehr unterschiedlich, aber das macht diesen Bereich ja gerade spannend. In einzelnen afrikanischen Ländern finden bereits Mobilfunk und moderne Datenübertragung statt. Festnetz hat es größtenteils gar nicht erst gegeben. Bankgeschäfte finden über mobile Geräte statt. Diese Entwicklung katapultiert einen ganzen Kontinent auf eine neue Entwicklungsstufe.

DAS INVESTMENT.com: Gleichwohl ist das afrikanische Straßennetz eine einzige Schotterpiste.

Price: Richtig. Diese Unterschiede machen das Thema ja spannend. Eine funktionierende Infrastruktur ist elementarer Bestandteil der Produktivität einer Volkswirtschaft. Da gibt es noch gewaltige Aufgaben. Afrikas Takt schlägt deutlich langsamer als der vom Rest der Welt. Umso interessanter ist es, diese Entwicklung zu begleiten. Im nigerianischen Lagos etwa gibt es nur einen einzigen Großhandelsmarkt. Der ist von Afrikas führender Kette Shoprite. Lagos hat fast 20 Millionen Einwohner und nur einen Großhandel. An solchen Zahlen merken Sie das Potenzial.

Von: Malte Dreher

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