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09.08.2010 13:30
Rubrik: Fonds

Home sweet home: Deutschland ist das beliebteste Reise- und Investmentziel

Brandenburger Tor in Berlin; Quelle: Berlin.de

Ob bei der Geldanlage oder auf Reisen: Die Deutschen setzen auf die Heimat. DAS INVESTMENT.com fasst die Vor- und Nachteile zusammen.

86 Prozent der Deutschen verbringen ihren Urlaub in diesem Jahr in Europa. Dies zeigt das Urlaubsbarometer 2010, eine jährlich durchgeführte repräsentative Studie des Instituts Ipsos Public Affairs. Auch bei Investitionen ist Europa das häufigste Ziel der Deutschen. Gemessen am Aktienfondsvermögen verschiedener Anlageregionen liegt Europa klar an erster Stelle. Laut dem Jahrbuch „Investment 2010“ des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) liegen europäische Aktienfonds mit knapp 92 Milliarden Euro weit vor anderen Regionen.

Aktienfonds mit dem Anlageschwerpunkt Nord- und Lateinamerika verwalten ein Vermögen von nur 9 Milliarden Euro.

Auf Länderebene führt Deutschland sowohl die Rangliste der attraktivsten Reiseländer als auch die der attraktivsten Investmentstandorte an. 39 Prozent der Deutschen verbringen ihren Urlaub in Deutschland. Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland verfügen über ein verwaltetes Vermögen von mehr als 31 Milliarden Euro.

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Bei anderen Ländern gehen Urlaubsvorlieben und Anlageziele der Deutschen weit auseinander. Während Spanien und Italien an zweiter (11 Prozent) und dritter (9 Prozent) Stelle der Reiseziele liegen, orientieren sich die Deutschen bei Aktienfonds eher auf Regionen außerhalb Europas. Fonds mit Schwerpunkt auf Länder im fernen Osten (einschließlich Japan) haben ein Gesamtvolumen von ungefähr 14 Milliarden Euro. Darauf folgen Fonds, die mit knapp 9 Milliarden Euro in den Schwellenmärkten investieren.

Informationsvorteil, aber auch Klumpenrisiko

„Dass Deutschland und Europa bei deutschen Anlegern und Urlaubern besonders beliebt sind, hängt mit zwei Faktoren zusammen: Für die Bundesbürger spielt bei der Wahl ihres Reiseziels laut Urlaubsbarometer die Attraktivität und die Sicherheit der Region eine große Rolle“, erklärt ein Sprecher der Fondsgesellschaft Fidelity. Auch bei Investmentfonds seien die Deutschen eher risikoscheu und setzen auf den Heimatmarkt, in dessen Entwicklung sie mehr vertrauen als in die ferner Länder.

Aus gutem Grund. Schließlich ist die besondere Präferenz für heimische Anlagen – auch Home Bias genannt – keine deutsche Spezialität, sondern weltweit zu beobachten. Denn bei Investmentfonds, die Papiere inländischer Unternehmen kaufen, sind Informationen schon aufgrund der Sprache leichter zu beschaffen und zu verstehen. Hinzu kommt die intensivere Medienberichterstattung vor Ort sowie die Tatsache, dass inländische Anlagen keinem Währungsrisiko unterliegen.

Doch wer seinen Urlaub immer nur in der Heimat verbringt, reist zwar sicher, verpasst aber die ein oder andere aufregende Erfahrung, die aus Begegnungen mit fremden Kulturen und Traditionen resultiert. Und wer nur auf dem Heimatmarkt investiert, lässt sich zusätzliche Renditechancen entgehen. Außerdem gehen Anleger, die auf die breitere Streuung ihres Depots durch Einbeziehung ausländischer Anlagen verzichten, ein erhebliches Klumpenrisiko ein.

Von: Svetlana Kerschner

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