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06.02.2012 11:42
Rubrik: Fonds

„Ein erneuter Kurseinbruch ist eher unwahrscheinlich“

Luca Pesarini

Mit Aufstellung und Performance des Klassikers Ethna-Aktiv E waren im vergangenen Jahr nicht alle Anleger zufrieden. Die jüngste Entspannung in der Euro- und Bankenkrise gibt Fondsmanager Luca Pesarini jedoch wieder Rückenwind

DAS INVESTMENT.com: Die meisten Börsen sind mit viel Schwung in das neue Jahr gestartet. Kann das angesichts der nach wie vor ungelösten Schuldenkrise lange gutgehen?

Luca Pesarini:
Das ist natürlich schwer vorherzusagen. Fest steht allerdings, dass das von EZB-Präsident Mario Draghi auf den Weg gebrachte Hilfsprogramm für die Banken maßgeblich dazu beigetragen hat, die Stimmung zu verbessern. Und da dieses Programm über drei Jahre läuft, halte ich einen erneuten Einbruch an den Börsen in den kommenden Monaten für eher unwahrscheinlich. Zumal von der Bewertungsseite für Aktien derzeit noch keine Gefahr droht.

DAS INVESTMENT.com:
Haben Sie folglich im Ethna-Aktiv E die Aktienquote in den vergangenen Wochen angehoben?

Pesarini: Nein, die liegt unverändert bei rund 5 Prozent. Wir profitieren auch so vom jüngsten Kursanstieg, nämlich über die von uns gehaltenen Nachranganleihen von Banken und Versicherungen. Deren Kurse haben sich ebenfalls deutlich erholt, und dort sehen wir auch künftig ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis als bei Aktien.

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DAS INVESTMENT.com: An den Börsen ist zwar Ruhe eingekehrt, aber der Euro hat gegenüber dem US-Dollar spürbar an Boden verloren. Ein Trend, der 2012 anhält?

Pesarini: Kurzfristig vermutlich schon, deshalb sind wir im Dollar derzeit noch mit rund 10 Prozent investiert. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es im Laufe der kommenden Monate zu einer mehr oder weniger deutlichen Gegenbewegung kommt.

DAS INVESTMENT.com:
Was ist mit dem Schweizer Franken?

Pesarini:
Dort sehen wir - wie auch beim Britischen Pfund - eine weitere Abschwächung gegenüber dem Euro.

DAS INVESTMENT.com: Vor zehn Jahren waren es die Manager von Aktienfonds, die auf den Druck ihrer Kunden hin überteuerte Papiere kaufen mussten, von denen sie sich innerlich längst verabschiedet hatten. Erleben wir heute dasselbe an den Rentenmärkten?

Pesarini:
An dem Vergleich ist durchaus etwas dran. Auch im Anleihen-Bereich tun sich viele Anleger schwer, die Risiken eines Investments richtig einzuschätzen. Sie wollen absolute Sicherheit, die aber Staatsanleihen – mit Ausnahme jener mit sehr kurzer Laufzeit – im aktuellen Umfeld nicht bieten können. Gleichwohl halte ich zumindest im Moment die Gefahr deutlicher Kursverluste bei länger laufenden Staatsanleihen noch für eher gering.

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Von: Egon Wachtendorf

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