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13.01.2012 09:30
Rubrik: Märkte

Die Eurokrise bietet auch Chancen

Italiens Regierungschef Mario Monti und die deutsche
Kanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz im
Januar 2012. Quelle: Gettyimages

Die Einführung des Euro war ein Schritt in Richtung europäische Integration. Die gemachten Fehler spüren wir täglich. Auf Krisentreffen in immer kürzeren Zeitabständen will man diese Fehler korrigieren – um dem Euro weiterhin eine Zukunft zu geben. Von Peter Lackamp, Prokurist der Kroos Vermögensverwaltung.

Alle Marktbeobachter sind sich einig, dass ein Auseinanderbrechen unserer Währung dazu führen würde, dass jedes einzelne europäische Land währungspolitisch in der Bedeutungslosigkeit versänke. Wollen die Euro-Staaten an dieser Stelle weiterhin international gehört werden, besteht keine Alternative zum Fortbestand der Gemeinschaftswährung.

Immerhin hat es der Euro inzwischen hinter dem US-Dollar zur Weltreservewährung Nummer zwei gebracht. Ein Erfolg, den kein Land in Europa im Alleingang hätte erreichen können.

Gemeinsam stärker

Inzwischen sollten alle Beteiligten die Zeichen der Zeit erkannt haben und nun die notwendigen Schritte gehen, die unsere Währung nachhaltig konsolidieren. Dass hierzu schmerzhafte Eingriffe in die nationalen Hoheitsrechte notwendig sind, dämmert wohl jedem.

Aber die Menschheit hat schon dramatischere Krisen überwunden. Deshalb kann das aktuelle Krisenszenario auch als Chance begriffen werden. Die Spreads bei Anleihen befinden sich derzeit auf historisch hohen Niveaus. Deutschland konnte jüngst Negativzinsen bei der Begebung einer neuen Anleihe vereinbaren. Zeitgleich kämpft Italien mit Zinsen auf Rekordhöhe.

Flucht in deutsche Staatsanleihen wird aufhören

Gewinnen die Märkte den Glauben zurück, dass der Euro überlebt – und damit, dass Staatspleiten vermieden werden –, wird sich ein Land wie Italien auch wieder zu günstigeren Zinssätzen refinanzieren können. Parallel dazu wird die Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen „Staatsanleihen Deutschland“ aufhören. Die Bundesrepublik wird dann für ihre Schulden wieder Zinsen zahlen müssen.

All diese Entwicklungen sind noch nicht abschließend gesichert. Das europäische Projekt einer gemeinsamen Währung kann immer noch scheitern. Gerade in dieser Zeit, in der die Entscheidung auf Messers Schneide steht, bieten sich jedoch auch seltene Renditemöglichkeiten, die es in der Vergangenheit in dieser Form kaum gegeben hat.

Anleger sollten den Blick vor solchen Chancen nicht verschließen – ohne jedoch in die Psycho-Falle „Gier frisst Hirn“ zu tappen!

Zum Autor: Peter Lackamp ist Prokurist der Kroos Vermögensverwaltungs AG in Münster und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

Lesen Sie weitere Kolumnen von Vermögensverwaltern in unserer Themenrubrik Vermögensverwalter.

 

boettcher, 14-01-12 01:40:
Der EURO als Währung wurde also mißbraucht (Intregation die keine Mehrheit hat).Heute sind die Schwierigkeiten doch bei Weiten größer und TEURER als die Gewinne.Ob der EURO Reservewährung ist,interessiert wenige.Wenn man sich mit Hilfe des EUROS über die Mehrheit ,die keinen Einheitsstaat will,hinwegsetzen will,ist das kaum legitim und rechtvertigt den EURO nicht.Man kann die Entwicklung bedauern.

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