Naumer unplugged: Geld allein macht nicht glücklich
Norbert schiebt mit wehmütigem Blick ein paar Euro über den Tresen, um sein Bier zu bezahlen. „Schade, jetzt hatte ich mich gerade an euch gewöhnt, und schon wieder gibt’s eine neue Währung.”
Neue Währung? Da habe ich wohl was nicht mitbekommen. „Doch. Das ist so sicher wie der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern in die Erste Liga: Wir stehen vor einer Währungsreform!”, so Norbert.
Seine Argumentation: Die Staaten verschulden sich für ihre Fiskalpakete massiv. Die Zentralbanken drucken „billiges” Geld. Alles, um die Finanzkrise zu beenden. Folge: Die Preise steigen. Die Zentralbanken heizen die Inflation weiter an, damit sich die Staaten entschulden können. Das Ende: Hyperinflation, dann Währungsreform. Die Sparer sind die Gekniffenen.
Norbert: „Hatten wir alles schon. Damals, 1923.” Ja, damals. Damals hatte das Deutsche Reich gerade den Ersten Weltkrieg auf Pump finanziert, musste Reparationszahlungen an die Sieger leisten, und die Notenbank druckte Papiergeld, bis die Presse heiß lief. Um 38 Milliarden Prozent stieg die Geldmenge im letzten Jahr, bevor der Währungsschnitt kam. Ein Frühstücksei kostete 320 Milliarden Mark.
Heute wächst die Geldmenge in der G3 mit knapp 6 Prozent zum Vorjahr – langsamer als vor Ausbruch der Krise und das trotz der aggressiven Geldpolitik von Fed, EZB & Co. Die Bilanzen der Zentralbanken sind zwar gewachsen, aber der monetäre Impuls kommt in der Realwirtschaft nicht in gleicher Weise an. Und: Er trifft dort auf kaum ausgelastete Kapazitäten. Es ist noch ein weiter Weg, bis die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale entsteht. Genug Zeit für die Währungshüter, die geldpolitischen Zügel wieder zu straffen.
Norbert: „Aber die Staatsfinanzen explodieren doch. Die Staaten müssen inflationieren.” Wenn das mal so einfach wäre. Zum einen sind die großen Zentralbanken unabhängig, zum anderen wird Inflation sofort mit dem Abzug ausländischer Gelder bestrafft, was die Renditen der Staatsanleihen in die Höhe treibt – und damit die Refinanzierungskosten der Staaten. Die globalen Kapitalmärkte sind da gnadenlos.




















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