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12.11.2009 10:58
Rubrik:

Multi Invest OP: Das andere Risiko

Egon Wachtendorf

Es schien das Jahr von Olaf-Johannes Eick zu werden. Die Folgen der Finanzkrise mit minimalen Verlusten gemeistert, dazu im Abgeltungssteuerfinale in nur vier Wochen mehr als 150 Millionen Euro eingesammelt – der Inhaber der in der Schweiz ansässigen Investmentboutique Multi Invest hatte im Januar allen Grund, sich auf Kongressen und Podiumsdiskussionen mit breiter Brust feiern zu lassen.

Der Jubel ist merklich abgeklungen. Weil Eicks mathematische Modelle den ganzen Sommer hindurch keinerlei Kaufsignale für Aktien gaben, blieben sein Flaggschiff-Fonds Multi Invest OP und auch die meisten anderen Mandate 2009 in den Niederungen des Geldmarkts hängen.

Doch damit nicht genug: Um das Geld der Anleger vor Inflation zu schützen, nahm Eick im Frühjahr Anteile der unter anderem im kasachischen Ölgeschäft tätigen Beteiligungsgesellschaft Petro Capital Resources (PCR) auf. Das hätte er allerdings besser gelassen. Die PCR-Aktie brach seither um 80 Prozent ein und ließ den Multi Invest OP seit Jahresbeginn mit 2,2 Prozent ins Minus rutschen.

Eick ist nach Madoff-Opfer Bernd Greisinger bereits der zweite prominente Dachfondsmanager, der beim Versuch, Verluste um jeden Preis zu vermeiden, Teile seines Portfolios vor die Wand fährt. Zwar sind die beiden Fälle in ihrer Dimension nicht vergleichbar.

Einmal mehr zeigt sich jedoch: Fonds, deren Manager vorgeben, sich dank einer überlegenen Anlagephilosophie vom Auf und Ab der Aktienmärkte abkoppeln zu können, sind nicht ohne Risiko. Es liegt nur woanders.

Von: Egon Wachtendorf

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alfredo , 12-11-09 14:10:
kurz und knapp - aber alles gesagt! gratuliere - gut beschrieben, herr wachtendorf.
Georg Schoger, 12-11-09 17:11:
Wie immer von Herrn Wachtendorf sehr treffend formuliert.
Berti , 12-11-09 18:29:
Mit dem Kauf dieser illiquiden und mutmaßlich wertlosen Einzelaktie PCR hat Multi-Invest alle Anleger, die geglaubt haben, ihr Geld würde so angelegt, wie auf der Multi-Invest-HP beworben, getäuscht. Der Artikel ist leider sehr oberflächlich.
Ingo , 17-11-09 16:43:
Der Artikel ist zwar sehr knapp, aber absolut richtig. Ich habe diesen Fonds schon längere Zeit auf meiner Watchlist und "wundere" mich seit Monaten über die Wertentwicklung. Herr Eick ist Mathematiker. In dieser Eigenschaft versucht er, die Welt in Zahlen auszudrücken. Das funktioniert aber nicht. Immer dann, wenn Wissenschaftler mit einer ausgeprägten Ratio versuchen die Welt der Wirtschaft in Zahlen zu pressen, muss man skeptisch werden. Die Herrschaften vergessen, dass Märkte viel stärker über Stimmungen beeinflusst werden. Und Stimmungen, persönliche Meinungen, sprich die Psychologie des Marktes kann man nicht in Zahlen darstellen. Jeder neue Versuch dieser Art wird wieder scheitern. Leider rennen allzuviele Anleger Leuten wie Herrn Eick hinterher und werfen ihm das Geld nach, nur weil er eine tolle Formel hat. Risiko kann auch so definiert werden, dass es riskanter ist seinen gesunden Menschenverstand abzuschalten als Aktien zu kaufen. Risiko kann immer nur jeder für sich selbst festlegen. Eine pauschal gültige Definiton gibt es nicht!! Im Übrigen kann Risiko sehr relativ sein: Wenn man im Herbst / Winter 2008 Aktien oder Aktienfonds gekauft hat, war die Wahrscheinlichkeit Geld zu gewinnen um ein Vielfaches höher als welches zu verlieren. Man musste nur handeln. Wer aber hat das wirklich getan? Die Wenigsten!! Fast keiner hatte "Brain and Balls". Diejenigen, die gehandelt haben, hatten Mut und eine Meinung. Auch daran hapert es heutzutage. Viele Leute verlassen sich nach wie vor auf "Gurus" und wundern sich hinterher, wenn sie nichts verdient haben. Geheimformeln, die die Welt erklären, funktionieren nur im Märchen. In der Wirklichkeit haben sie nichts zu suchen!
Patrick Crowley, 17-11-09 18:51:
Bravo! Endlich wurde Eick´s Bla-Bla treffend formuliert.
Dieter Meier , 19-11-09 19:57:
Eick ist doch gar nichts! Den mit Greisinger in einen Topf zu werfen ist schon unfair. Greisinger ist auch kein Opfer von Maddoff, sondern ebenfalls ein Betrüger. Das ist hier auf diesen Seiten nachzulesen. Greisinger hat soviel Mist gebaut, dass man seine Fonds jetzt zwangsliquidiert. Und seine Anleger kriegen nur noch die Hälfte von ihrem Geld. Das ist ein Skandal. Was Eick macht ist im VErgleich doch gar nichts.
Thomas Gärtner , 21-11-09 09:27:
Mich würde interessieren, ob die Herren Eick und vor allem Greisinger ihr Geld in den eigenen Fonds anlegen...
Dieter Meier, 23-11-09 19:48:
@Thomas
Das würde mich auch interessieren. Wohl eher nicht ;-)
Sven , 24-11-09 19:04:
Ich war 2005 in Greiningerfonds investiert. Zum Glück habe ich früh genug verkauft. Mir war schon früh klar geworden, dass es hier nur noch um Abzocke ging. Zum Glüch habe ich wenigstens den Ausgabeaufschlag wieder drin gehabt.
Karl , 24-11-09 20:11:
Leider muss ich feststellen dass Hr.Wachtenberg und die meisten Kommentatoren nicht den Investmentstil von Hr.van Eick verinnerlicht haben. Verlustvermeidung geht vor zeitweiligen Gewinnen. Die letzte Baisse mit 50% und mehr Verlusten ist wohl schon aus dem Gedaechnis.
Nochmals, 50%Verlust verlangen einen 100% tigen Gewinn um diese Verlust auszugleichen! Bei dem MultiInvestOp bedeutet 2% Verlust nur 3% zum Ausgleich. Ich weiss über was ich spreche,ich bin seit 1998 dabei und deshalb in Fonds wie den o.g. investiert. Ich gehe jeden Abend ruhig schlafen und fahre auch 4-6 Wochen ohne Online Banking in Urlaub!

Gruß allen Großsprechern
Karl

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