„Bisherige Regeln des Finanzmarktes sind außer Kraft gesetzt“
„Investoren müssen einen langen Atem mitbringen und sollten nur das Geld investieren, das sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht brauchen“, meint Stefan Hepp. Der Vorstand der SCM Strategic Capital Management und Berater der Weltbank war einer der Top-Redner auf dem 8. Forum für Alternative Investments des Schweizer Investmenthauses Rising Star in München, das DAS INVESTMENT als Medienpartner begleitete.
„Wir bewegen uns im luftleeren Raum“, meint Hepp. Er rät Investoren als ersten Schritt sich einzugestehen, was sie alles nicht wissen. Die Krise habe die bisherigen Regeln außer Kraft gesetzt. Hepp: „Was wir zurzeit sehen, ist noch nicht vorgekommen, uns fehlen die Erfahrungswerte für eine Bewertung.“ Er rät auch davon ab, schlauen Tipps etwa von Bankenanalysten zu folgen, die zwangsweise zum Optimismus neigen. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir die Rekordhöchststände an den Börsen in den nächsten Jahren wieder sehen.“
Investoren sollten ihre Portfolios daraufhin prüfen, was von den vorhandenen Anlagen künftig zu erwarten ist. Wichtiger Faktor beim Investieren sei laut Hepp die Liquidität. Ein Punkt, an dem Star-Investor David Swensen zurzeit verzweifelt. Der Verwalter des Vermögens der Yale-Stiftung muss aus steuerlichen Gründen und um den Universitätsbetrieb am Laufen zu halten, jährlich Liquidität ausschütten. Durch seine hohe Gewichtung von alternativen – meist illiquiden - Investments steckt er nun in der Klemme. „Nach eigener Logik müsste er jetzt eigentlich kaufen, tatsächlich muss er allerdings in einer sehr dummen Zeit verkaufen“, so Hepp.
Staatsanleihen: Zinsloses Risiko
Auch Philipp Vorndran von der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch gab sich auf der Rising-Star-Konferenz wenig überzeugt, dass die Krise schnell vorbei ist. Dem ehemaligen Chefstrategen der Credit Suisse zufolge befinden wir uns zurzeit in der zweiten Phase der Krise. Die erste, die „Entzauberung des Finanzmarktes“, haben wir weitgehend hinter uns. Jetzt erleben wir die Kollateralschäden in der Realwirtschaft. Vor uns haben wir den „Verlust der sicheren Anlage“. Statt eines risikolosen Zinses gebe es mit der Staatsanleihe das zinslose Risiko. Vorndran prognostiziert eine Deflationsentwicklung in den nächsten 24 Monaten. „Diese Krise wird nicht in einer V- oder U-Form verlaufen, sondern wie ein L“, so Vorndran. Einem starken Abschwung folgt also eine längere Schwächephase.




















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