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20.05.2009 16:18
Rubrik: Märkte

Carmignac: „Banker ist der neue Zukunftsberuf“

Eric Le Coz

„Waren die Quartalsergebnisse nicht wirklich beeindruckend?“ fragt Eric Le Coz, Leiter des Produktentwicklungsteams der französischen Fondsgesellschaft Carmignac mit Blick auf den US-Bankensektor. Warum er den Beruf des Bankers für den neuen Zukunftsberuf hält, wie sich die europäischen und US-amerikanischen Märkte derzeit entwickeln und welche Konsequenzen der französische Vermögensverwalter hieraus für seine Investmentstrategie zieht, erläutert Le Coz in einer Mitteilung.

„Banker ist der neue Zukunftsberuf“, behauptet Le Coz. Die Notenbank leihe den Banken zum Spottzins von 0,25 Prozent Geld. Die Banken verlangten dagegen einen durchschnittlichen Zins von 5 bis 6 Prozent an Steuerzahler und Unternehmen weiter. Damit bleibe ihnen eine durchschnittliche Marge von 5,25 Prozent. „Bei diesen Zahlen beginnt die Branche wirklich rentabel zu sein und dürfte auch ihre Eigenmittelausstattung wieder auf gesunde Beine stellen können“, folgert der Finanzexperte.

Auch wenn sich die Lage im weltweiten und vor allem im US-Bankensystem noch längst nicht hinreichend stabilisiert habe, gäben die Maßnahmen der US-Regierung und die bedingungslose Unterstützung der Notenbank Anlass zur Hoffnung, erklärt Le Coz. Daher habe sich Carmignac entschieden, 5 Prozent der liquiden Mittel von Carmignac Patrimoine sowie 10 Prozent des Bargeldes von Carmignac Investissement taktisch in Aktien des US-Bankensektors zu investieren.

Des Weiteren sieht Le Coz bereits Anzeichen für eine Erholung oder zumindest eine langsamere Abschwächung der US-Wirtschaft als in den vorangegangenen Monaten. Trotz des Ende vergangenen Monats angekündigten Rückgangs des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal sei bei genauerem Hinschauen bereits ein respektabler Endkonsum sichtbar. Auch der Rückgang der Lagerbestände erfolgt laut Le Coz in einem derart schnellen Tempo, wie es ihn auf Jahresbasis gerechnet seit 1947 nicht mehr gegeben hat.

„Europa fehlt es an Ehrgeiz“

Im Vergleich dazu hinke Europa noch hinterher, so der Carmignac-Experte. Die Haushalte seien zwar weniger verschuldet, die Sparquoten relativ hoch, die Immobilienmärkte weniger aufgebläht und die sozialen Absicherungsmechanismen stärker. Aber gleichzeitig kennzeichneten die Eurozone ein schwacher Konsum, eine gebremste Investitionstätigkeit sowie geld- und haushaltspolitische Regelungen, die einen schnellen Aufschwung eher behinderten. „Europa fehlt es an Ehrgeiz“, sagt der Franzose. „Es wird wie bisher darauf warten müssen, von den amerikanischen und asiatischen Lokomotiven aus seiner Lethargie gerissen zu werden“ sagt Le Coz.  Die Schwellenmärkte betrachten sowohl Le Coz als auch der Unternehmenschef Carmignac nach wie vor als Gewinner der Finanzkrise (DAS INVESTMENT.com berichtete)

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