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29.04.2009 16:19
Rubrik: Märkte

LaSalle: Dramatischer Mietpreisrückgang in europäischen Büromärkten

St. Petersburg

Spitzenimmobilien in Osteuropa zu Schnäppchenpreisen – das war einmal. Mittlerweile steht Moskau auf Platz zwei der Städte mit den höchsten Spitzenmietpreisen für Büroimmobilien. Die zweitgrößte russische Metropole St. Petersburg folgt auf Platz fünf, die ukrainische Hauptstadt Kiew auf Platz neun. „Nicht mehr lange“, prognostizieren die Experten von Jones Lang LaSalle (JLL). Sie erwarten kräftige Mietpreisrückgänge.

Bis zu 753 Euro pro Quadratmeter jährlich zahlen Geschäftsleute für ein prestigeträchtiges Büro in der russischen Hauptstadt – 119 Euro weniger als im Londoner Westend und 3 Euro mehr als in Paris. Mit bis zu 565 Euro jährlich werden in St. Petersburg die gleichen Spitzenmietpreise wie in der Londoner City verlangt. Kiew, wo ein Quadratmeter immerhin noch 452 Euro kostet, liegt damit immerhin vor Frankfurt, wo lediglich 432 Euro verlangt werden.

Von einer plötzlichen Mietpreisexplosion kann hierbei jedoch keine Rede sein. Im Gegenteil. Im Vergleich zum ersten Quartal 2008 sind die Spitzenmietpreise in Moskau und Kiew um rund 40 Prozent, in St. Petersburg immerhin um knapp 26 zurückgegangen. Dies geht aus der aktuellen Studie des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle hervor.

Im Zuge der Rezession sind auch die europäischen Spitzenmietpreise gefallen, erklären die Forscher. Der europäische Mietpreisindex von JLL, basierend auf der gewichteten Mietpreisentwicklung von 24 Index-Städten, ist in den vergangenen 12 Monaten um 11,1 Prozent gesunken, im Vergleich zum 4. Quartal 2008 allein um 8 Prozent. Solch ein Rückgang innerhalb von drei Monaten sei im Index noch nie zuvor verzeichnet worden, so die Immobilien-Experten. Dabei waren 15 der 24 untersuchten europäischen Metropolen von dem Mietpreisrückgang betroffen.

Umsatzvolumen eingebrochen

Die Gebäudenutzer fahren ihren Flächenbedarf zunehmend zurück, vorhandene Flächen werden effektiver genutzt oder Umzüge verschoben. Diese Entwicklung führte beim Umsatzvolumen in den ersten drei Monaten zu höheren Rückgängen als 2001 im Zusammenhang mit der geplatzten Internetblase, betont JLL. Die in den ersten drei Monaten 2009 in 24 europäischen Märkten umgesetzten 1,9 Millionen Quadratmeter entsprechen einem Minus von 37 Prozent gegenüber dem direkten Vorquartal und von 40 Prozent im Einjahresvergleich.

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