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13.03.2009 15:54
Rubrik: Märkte

„Der Aktienmarkt bildet den Boden“

Thorsten Hens

Pro Aktien und contra Gold – die Einstellung von Thorsten Hens scheint gewagt, und sorgt auch bei ihm zu Hause für die eine oder andere Spannung. Doch der Professor für Finanzökonomie und Behavioural-Finance-Spezialist an der Universität Zürich hat seine Gründe, die er im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com erläutert.

DAS INVESTMENT.com: Es sieht heute nach einem guten Aktientag aus.

Thorsten Hens: Wie stehen wir denn?

DAS INVESTMENT.com: Plus 1,6 Prozent beim Dax.

Hens: Wunderbar, die Bodenbildung kommt voran.

DAS INVESTMENT.com: Alle Welt predigt den Untergang des Aktienmarktes, und Sie sprechen von einer Bodenbildung?

Hens: Ja, Dienstag hatten wir einen sehr guten Tag, und auch Mittwoch lief es überraschend gut, Donnerstag dann eine kleine Gegenbewegung. Der Dax bildet einen Boden.

DAS INVESTMENT.com: Sie klingen dabei sehr entspannt. Macht Ihnen die Lage gar keine Angst?

Hens: Nein. Wir haben zwei Bewertungskriterien: Das fundamentale Umfeld und die Stimmung der Anleger, also das Sentiment. Das fundamentale Umfeld ist inzwischen sehr gut. Die Aktienkurse sind viel stärker eingebrochen, als es sämtliche Bewertungskennzahlen nahelegen.

DAS INVESTMENT.com: Viele Experten sagen, dass die Kennzahlen nur scheinbar gut aussehen. Sie sollen bald wegen der sinkenden Gewinne und Umsätze und der ausfallenden Dividenden mieser werden.

Hens: Diese Prognosen berücksichtigen wir bereits und kommen trotzdem auf günstige Bewertungen. Ich bleibe dabei: Die Prognosen über den Untergang der Wirtschaft und die Aktienkurse sind eine irrationale Übertreibung nach unten.

DAS INVESTMENT.com: Wir können also getrost Aktien kaufen?

Hens: Noch nicht. Das Sentiment ist noch sehr negativ. Das heißt, die meisten Anleger haben Angst und scheuen das Risiko. Das widerspricht dem fundamentalen Bild, weshalb ich noch keine aktiven Wetten eingehen würde.

DAS INVESTMENT.com: Woran erkenne ich denn, dass sich das Sentiment verbessert?

Hens: Signale geben weiche Indikatoren wie die Ifo-Umfragen und Verbraucherindizes und die gleitenden Durchschnitte von Aktienindizes. Damit letztere nach oben drehen, reichen Aufwärtsbewegungen von ein paar Wochen. Aber wie gesagt: Zurzeit ist noch alles durchweg negativ.

Von: Andreas Scholz

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