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16.06.2009 10:48
Rubrik: Märkte

Der etwas andere Film zur Finanzkrise: „Drag me to hell“ im Kino

Bild: Universal Pictures

Au Backe. Nur weil eine Kreditberaterin ihrer Kundin die Hypothek nicht verlängern will, erlebt sie kurz darauf ihre ganz eigene Finanzkrise als Horrortrip. DAS INVESTMENT.com hat keine Angst gezeigt und sie dabei begleitet.

Christine Brown geht es gut: Sie hat einen Job bei der Wilshire Pacific Bank, einen Freund mit Megahirn und dicker Brieftasche, und sie ist gesund. Nur leider hat sie noch nicht die heiß begehrte Position als stellvertretende Filialleiterin. Hier muss sie sich noch gegen den intriganten Schleimbeutel Stu durchsetzen. Sie solle mehr Härte zeigen, gibt ihr Chef einen Rat. Sie sei entschieden zu weich.

Christine nimmt sich den Tipp zu Herzen. Pech nur, dass sie sich für ihren Härtetest ausgerechnet eine alte Zigeunerin aussucht. Die wollte nur ihre Hypothek verlängern, weil sie sonst aus dem Eigenheim fliegt. Nun ist sie außer sich und belegt ihre freundliche Bankberaterin mit einem Fluch, der sie geradewegs in die Hölle bringen soll.

Mit „Drag me to hell“ (deutsch: „Schleif mich in die Hölle“) beweist Regisseur Sam Raimi, dass er auch nach drei üppigen „Spiderman“-Filmen noch immer mit vergleichsweise geringen Budgets gut zurecht kommt. Klar, das Drehbuch war vermutlich so dünn wie ein Kreditvertrag. Aber das ist hier egal, denn bei dieser flotten Geisterhatz zählt in erster Linie der Gaudi.

Dafür plündert der alte Horror-Spezi Raimi das gesamte klassische Genre - und zwar gut: knarzende Balken, Paranoia, Wahrsagerei, die obligatorische Geister-Séance sowie eine giftige Schlusspointe und das alles untermalt von einem Soundtrack, der schon allein die halbe Gänsehaut besorgt. Mit blutigen Effekten hält sich Raimi dagegen zurück – bei diesem Angstmacher ist die Stimmung der Star.

Nach einer Flut öder Folterfilme, die derzeit das Horrorgenre überschwemmt, ist „Drag me to hell“ der erste Gruseler seit Jahren, der sich nicht allzu ernst nimmt. Raimis Hang zu schwarzem Humor und kleinen Geschmacklosigkeiten, der ihn in den achtziger Jahren bekannt gemacht hatte, funktioniert noch immer.

Leider verlässt er sich bei seinen Schockeffekten ein bisschen zu oft auf digitalen Budenzauber, was den Film eine Spur zu sauber aussehen lässt. Den Weg zurück zum kleinen, dreckigen Horrorreißer hat Raimi deshalb nicht ganz geschafft. Aber einen höllischen Spaß gemacht hat es trotzdem.

Nützliche Links:

Zur Film-Homepage

Von: Andreas Scholz

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