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28.10.2009 14:02
Rubrik: Märkte

Studie: Zwölf Schritte in die Wirtschaftskriminalität

Quelle: Fotolia

Wie konnte es dazu kommen, dass Wirtschaftskriminelle wie Nick Leeson von der Barings Bank oder Kenneth Lay von Enron lange Zeit unentdeckt ihren kriminellen Machenschaften nachgehen konnten? Waren sie schon vor ihrer Einstellung bei den Unternehmen bereits kriminell oder spielte das Arbeitsumfeld eine tragende Rolle? Diesen Fragen ging ein Forscher-Team um die Management-Professorin Ruth McKay in einer Studie nach.

Nur 12 Schritte trennen einen unbescholtenen Bürger von einem ertappten Wirtschaftskriminellen, so das Ergebnis. Im Prozess des typischen Wirtschaftsverbrechens spielen Persönlichkeit und Lebensumstände des Täters mit den Unternehmensstrukturen und dem Verhalten von Kollegen und Mitarbeitern zusammen.

Als Verbrecher wird man nicht geboren, darüber sind sich Psychologie-Experten einig. Auf dem Weg von einem ehrlichen Angestellten zu einem entlarvten Wirtschaftskriminellen wirken viele Faktoren – die Persönlichkeit des Täters, seine Lebensumstände, die Unternehmensstruktur, das Verhalten von Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern – zusammen.

###BOX_5###

Dass dieser Weg aus genau 12 Schritten besteht, fand nun eine Studie heraus, die von der Management-Professorin an der kanadischen Carleton-Universität Ruth McKay zusammen mit den kanadischen Forschern Carey Stevens und Jae Fratzl durchgeführt wurde. DAS INVESTMENT.com schildert die einzelnen Schritte:

Schritt 1: Der potenzielle Täter wird in eine machtvolle Position eingesetzt

Schritt 2: Aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur und seiner Lebensumstände missbraucht der Täter diese Machtposition

Schritt 3: Seine Kollegen drücken ein Auge zu

Schritt 4: Kollegen und Mitarbeiter, die den Machtmissbrauch zunächst nur stillschweigend geduldet hatten, erkennen die Möglichkeit, sich zu profilieren und werden zu Komplizen

Schritt 5: Zunächst zögernde Beobachter werden in den Strudel der illegalen Machenschaften mitgerissen

Schritt 6: Das Misstrauen der Komplizen und stiller Mittäter wächst

Schritt 7: Der Täter realisiert, dass sich seine Komplizen in einer angreifbaren Position befinden und nutzt dies aus

Schritt 8: Um seine Ziele zu erreichen, schikaniert der Täter immer häufiger Kollegen und Mitarbeiter, die ihm im Weg stehen

Schritt 9: Der Täter begeht immer drastischere Verbrechen und nimmt dabei immer mehr Risiken in Kauf

Schritt 10: Das stürzt die Mittäter in einen Gewissenskonflikt

Schritt 11: Ein ehrlicher Mitarbeiter, der sogenannte Skandalaufdecker erscheint auf der Bildfläche. Damit verliert der Täter die Kontrolle über die Situation

Schritt 12: Der Täter fliegt auf. An diesem Punkt leugnet er entweder seine Schuld komplett, oder sucht Vergebung, indem er seine illegalen Aktivitäten offenlegt.

Von: Svetlana Kerschner

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