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25.08.2009 17:24
Rubrik: Märkte

China: Fondsmanager kritisiert Wachstum durch zweifelhafte Kreditvergabe

Steffen Hauptmann

China - Wachstumsmotor und die Nummer 1 unter den Schwellenländern oder nur eine große Blase? DAS INVESTMENT.com sprach mit Steffen Hauptmann, Manager des Galiplan Aktien Global AMI (WKN A0F5HG), über den Einfluss staatlicher Konjunkturpakete und der Ein-Kind-Politik auf den chinesischen Aktien- und Immobilienmarkt.

DAS INVESTMENT.com: China ist ein Land, das mittlerweile häufig als Wachstumsmotor und Krisengewinner bezeichnet wird. Doch wo viele andere eine Lokomotive der Weltwirtschaft sehen, sehen Sie lediglich Blasen. Warum?

Steffen Hauptmann: Ich sehe zwar nicht überall Blasen. Allerdings gehen die jüngsten Anstiege im Aktien- und Immobilienmarkt in diese Richtung. Die Liquidität, die in diese Märkte fließt, stammt zu großen Teilen aus dem milliardenschweren staatlichen Konjunkturpaket Chinas. Selbst hochrangige chinesische Beamte sprechen offen davon, dass bis zu einem Fünftel der Gelder – rund 140 Milliarden US-Dollar – auf dem Aktienmarkt gelandet sind.

DAS INVESTMENT.com: Steht die Blase kurz vorm Platzen?

Hauptmann: Nicht unbedingt. Solange der Liquiditätsfluss anhält, können die Märkte durchaus weiter steigen. Die Regierung benötigt die Konjunkturpakete, um politische Stabilität im Land zu gewährleisten. Angesichts der durch die Exporteinbrüche ausgelösten jüngsten Entlassungswellen im privaten Sektor können soziale Unruhen nur vermieden werden, wenn alternativ Stellen im staatlichen Sektor geschaffen werden. Die chinesische Regierung will mit allen Mitteln ein Wachstum von 8 Prozent erreichen. Sie wird soviel Geld in Konjunkturpakete investieren, dass dieses Ziel erreicht wird.

DAS INVESTMENT.com: Und was ist daran so schlimm?

Hauptmann: Die Geldmenge, die von der Regierung für Konjunkturprogramme vorgesehen wurde, ist riesig: Rund 700 Milliarden US-Dollar. Im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt ist das weit mehr als in jedem anderen Land der Welt. Einen großen Teil dieser Gelder geben die staatlichen Banken über Kredite an die Wirtschaft weiter. Die Summe der in diesem Jahr ausgegebenen Kredite macht 40 Prozent aller ausstehenden Kredite aus. Eine derartige Steigerung des Kreditvolumens in einer Rezession ist sehr problematisch.

Von: Svetlana Kerschner

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