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03.07.2009 13:04
Rubrik: Märkte

Madoffs Frau obdachlos

Bernard Madoff

Schwarzer Freitag für Ruth Madoff: Ihr Mann ist im Knast, der Großteil des Vermögens ist weg und nun sitzt die 68-jährige auch noch auf der Straße. Das Luxus-Apartment des Ehepaars Madoff wurde gestern beschlagnahmt. Der Ehefrau des zu 150 Jahren Haft verurteilten Finanzbetrügers Bernard Madoff bleiben nur noch 2,5 Millionen US-Dollar zum Leben – und nicht einmal ein Pelzmantel.

Ruth Madoff musste gestern das 7-Millionen-Dollar teure Apartment an der noblen Upper East Side von Manhattan, New York räumen. Auch ihre persönlichen Wertsachen musste die Ehefrau des wohl größten Betrügers der Finanzgeschichte zurücklassen. Sämtliche Einrichtungsgegenstände sollen nun verkauft werden; der Erlös geht an die Madoff-Geschädigten.

„Die Entschädigung der Opfer ist die oberste Priorität der Regierung", sagte Gerichtsvollzieher Joseph Guccione. Laut Medienberichten hat die Ex-Milliardärin zunächst mit den Vollzugsbeamten gestritten und gebeten, in der Wohnung bleiben zu können. Dann wollte sie ihren Pelzmantel mitnehmen – auch das wurde ihr verweigert.

Die Justiz hatte bereits den Großteil des Vermögens von Ruth Madoff beschlagnahmt. Villen, Autos, Yachten und andere Güter im Gesamtwert von mehr als 80 Millionen Dollar sollen zur Entschädigung an die Opfer fließen. Die Ex-Milliardärin darf lediglich 2,5 Millionen Dollar behalten.

Bernard Madoff hat über 13 Jahre hinweg zahlreiche Anleger um hohe Summen betrogen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 65 Milliarden Dollar. Sowohl die Ehefrau als auch die beiden Söhne wollen nichts von den Machenschaften des einstigen Starinvestors gewusst haben. Das Ehepaar ist seit 50 Jahren verheiratet.

Sogar ihr Friseur und ihr Stammitaliener wenden sich ab

Auch wenn sie vor Gericht straffrei ausgeht: Die New Yorker High-Society hat ihren Urteil über Ruth Madoff gefällt. Marco Proietti von Bella Blu, einem Italiener, wo die Madoffs zu den Stammgästen zählten, schmiss sie raus. Ebenso die Floristin in Amagansett in den Hamptons, wo die reichen New Yorker die Sommermonate verbringen. Auch ihre Haare muss sich die 68-jährige ab sofort selbst machen: Pierre Quaknine und Michel Obdadia vom noblen Hair-Salon Pierre Michel, wo sich Ruth Madoff über Jahre das Haar blondieren ließ, weigerten sich, die Betrüger-Gattin zu bedienen. „Die Klienten des Salons gehören zur Elite Manhattans. Leider waren einige dieser Klienten auch Opfer von Madoff“, sollen die Coiffeure erklärt haben.

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