„Stress mit der Statistik"
Zahlen lügen nicht – aber die Schlussfolgerungen, die aus ihnen gezogen werden, führen mitunter ziemlich in die Irre. Das ist in der Börsenarithmetik nicht anders als auf anderen Feldern der Statistik.
Jüngstes Beispiel: „Aktien schlagen Renten nur mit Mühe“ titelt das „Handelsblatt“ und macht folgende Rechnung auf: Zwischen 1968 und 2009 lag die durchschnittliche Zehn-Jahres-Rendite deutscher Aktien bei 7,48 Prozent, Anleihen kamen auf 7,19 Prozent. Eine zu vernachlässigende Differenz, die den mit Aktienanlagen verbundenen Stress kaum wert sei, so das Fazit.
Jeder, der nun sein gesamtes Kapital in einen Rex-ETF umzuschichten gedenkt, sollte sich zuvor folgende Fragen stellen: Wie wahrscheinlich ist es, dass deutsche Anleihen bis 2020 pro Jahr durchschnittlich 7,19 Prozent abwerfen? Warum dauerte es nach 1970 – dem bis 2008 letzten Jahr mit einer negativen Zehn-Jahres-Rendite für Aktien – 38 Jahre, bis wieder ein Minus vor dem Komma stand? Und wie viel Stress verursacht ein Renteninvestment, wenn die bereits jetzt spürbare Inflationsangst richtig auf Touren kommt?
Merke: Je lauter und scheinbar fundierter der Schwanengesang auf die Aktie, desto mehr davon gehört im Zweifel ins Portfolio.




















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