Bankgründer Francois Jozic: „Die spielen Monopoly“
Die Bankenattacke von US-Präsident Barack Obama schickte Aktienkurse von Finanzhäusern weltweit auf Talfahrt. „Es ist ein erster Plan, der in die richtige Richtung geht“, sagt Francios Jozic. Im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com geht der gebürtige Belgier, der im November 2009 die NOA-Bank gründete jedoch noch weiter.
DAS INVESTMENT.com: Barack Obama droht Großbanken mit Zerschlagung und will den Instituten risikoreiche Geschäfte, die allein der eigenen Gewinnmaximierung dienen, verbieten. Begrüßen Sie dieses Vorhaben?
Francois Jozic: Es ist ja nur ein erster Plan. Der geht aber in die richtige Richtung. Ich begrüße jeden Vorschlag, der die Ursachen der Krise bekämpfen will. Aber was derzeit diskutiert wird, ist noch weit davon entfernt, das globale Finanzsystem fundamental und nachhaltig zu ändern. Alle Bürger sind Opfer des kollabierenden Finanzsystems und der Krise geworden, sei es durch höhere Steuerbelastungen, Insolvenzen oder Arbeitslosigkeit. Daher muss ein radikaler Wandel durchgreifen. Den sehe ich aber noch nicht. Zu einer radikalen Kursänderung gehört auch, dass jeder von uns begreifen muss, dass er die Verantwortung für seine Ersparnisse nicht blind abgeben sollte.
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DAS INVESTMENT.com: Banken haben keine Pflichten das Gemeinwohl zu fördern, sagte jüngst Alexander Dibelius, der Deutschland-Chef von Goldman Sachs.
Jozic: Obszön. Was soll ich dazu sagen? Dieses Zitat zeigt, wie entrückt das Bankenwesen von der Gesellschaft ist. Es gibt keine soziale Bindung zwischen Bank und Gesellschaft. Es geht nur noch um Profite. Banken ziehen es vor zu spekulieren anstatt die reale Wirtschaft zu finanzieren.
DAS INVESTMENT.com: Wie sollte ein Kontrakt zwischen Gesellschaft und Finanzhäusern aussehen?
Jozic: Banken müssen für ihre Kunden arbeiten, nicht umgekehrt. Dieses Bewusstsein muss hergestellt werden. Um das zu schaffen, brauchen wir eine deutlich stärkere Regulierung. Dazu gehört auch die strikte Trennung zwischen Investmentbank und Geschäftsbank. Bankkunden müssen eine vollständige Transparenz verlangen und bekommen. Nicht einmal jährlich in einem dicken Jahresbericht, den keiner liest oder versteht. Anleger müssen sich auch ihrer Macht bewusst werden. Wenn ich heute frage, was die Bank wohl mit ihrem Geld macht, bekomme ich immer die gleiche Antwort: Darüber haben wir noch gar nicht nachgedacht.




















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