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13.08.2009 14:50
Rubrik: Märkte

Was ist denn da los? Zappelbörse Tokio schickt Nikkei von Tief auf Hoch

Lilian Haag, DWS

Stürmische Zeiten an Japans Börse: Nachdem der Nikkei-Index im Frühjahr bei rund 7.000 Punkten ein neues Allzeittief markierte, schloss er am Dienstag bei knapp 10.600 Punkten auf einem Zehn-Monats-Hoch. „Stürme haben in Japan eine lange Tradition“, meint Lilian Haag, Managerin des DWS Japan Fonds. Welche Auswirkungen die schweren Unwetter der vergangenen Wochen auf den Aktienmarkt haben und warum Japans asiatische Nachbarn volkswirtschaftlich vielversprechender sind, erklärt sie im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com.

DAS INVESTMENT.com: Am Dienstag notierte der japanische Aktienindex Nikkei 225 auf dem höchsten Stand seit Oktober 2008. Woran liegt das?

Lilian Haag: Die japanischen Börsen wurden von der allgemeinen Verbesserung der Marktstimmung erfasst. Auch die zunehmende Stabilität des Yens gegenüber dem US-Dollar trug zum positiven Ergebnis bei.

DAS INVESTMENT.com: Werden die Unwetter der vergangenen Tage noch für stürmische Entwicklungen an Japans Börse sorgen?

Haag: In Japan sind tropische Wirbelstürme nichts Außergewöhnliches: Im Herbst beginnt regelmäßig die Taifun-Saison. Für die Investmentseite sind die Stürme nur interessant, wenn dabei ein bestimmtes Unternehmen – zum Beispiel ein Halbleiter-Produzent – ausfällt. Das war bei dem jüngsten Unwetter nicht der Fall.

DAS INVESTMENT.com: Und was ist mit dem Erdbeben?

Haag: Eigentlich haben auch Erdbeben in Japan eine lange Tradition. Das Land hat sich – auch architektonisch – darauf eingestellt. Das jüngste Erdbeben in der japanischen Provinz Honshu hat jedoch in einem der Glaswerke von Corning in Shizuoka zum Produktionsstopp geführt.

DAS INVESTMENT.com: Mit Folgen für den Aktienmarkt?

Haag: Allerdings. In den nächsten zwei Wochen droht Unternehmen, die Flachbildschirm-Fernseher herstellen, Glasknappheit. Schließlich stammen rund 6 Prozent der gesamten Glasproduktion von Corning. Anleger versuchen nun verstärkt, ihre Corning-Aktien zu verkaufen.

DAS INVESTMENT.com: Und das ist alles?

Haag: Auch ein Atomkraftwerk in der Provinz wurde von dem Erdbeben getroffen und musste vorübergehend vom Netz genommen werden. Zudem haben – wie bei den anderen Naturkatastrophen auch – Bau- und Zementfirmen von den Zerstörungen profitiert. Längerfristige Effekte sind jedoch nicht zu erwarten.

DAS INVESTMENT.com: Wie geht es denn mit dem japanischen Aktienmarkt weiter?

Haag: Ich erwarte eine fundamentale Verbesserung. Die asiatischen Wachstumsländer gelten derzeit als Konjunkturmotor. Die Bewertungen sind dementsprechend hoch. Zu hoch. Ich rechne daher mit einer länger anhaltenden Korrekturphase.

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