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19.04.2010 18:53
Rubrik: Märkte

Mark Mobius über Thailand: Wachstum trotz Krisen

Eine Straße in Bangkok; Quelle: Fotolia

21 Tote und über 800 Verletzte: Das ist die traurige Bilanz des jüngsten Gewaltausbruchs in Thailands Hauptstadt Bangkok. Während das Auswärtige Amt Touristen von Reisen in das derzeitige Krisengebiet abrät, empfiehlt Schwellenmarkt-Experte und Templeton-Urgestein Mark Mobius Investoren, genauer hinzuschauen. Denn die Anlagechancen in Thailand sind besser, als es auf den ersten Blick scheint.

„Gelassenheit ist eine Eigenschaft, die sowohl Politiker als auch Investoren besitzen sollten“, meint Schwellenmarkt-Experte und Templeton-Urgestein Mark Mobius. Während thailändische Politiker, die für ihre flexible Haltung bekannt sind, alles daran setzen sollten, die Lage zu entschärfen, dürften auch Anleger angesichts der blutigen Auseinandersetzungen am vergangenen Samstag nicht die Nerven verlieren. Denn die langfristigen Wachstumsaussichten hätten sich nicht geändert.

Die aktuelle Krise ist weder neu noch unerwartet

„Die aktuelle politische Krise in Thailand stellt für Aktien kurzfristig ein enormes Risiko dar, was für das Land aber weder neu noch unerwartet ist“, sagt Mobius. Seit die absolute Monarchie in Thailand 1932 abgeschafft wurde, habe es rund 20 erfolgreiche oder fehlgeschlagene Staatsstreiche, zahlreiche Unruhen und mehrere Verfassungsänderungen gegeben. In den letzten 15 Jahren, in denen der Templeton-Manager in Thailand investiert war, hätten politische Probleme – von der Asienkrise 1997 bis zu den jüngsten Ängsten um die Verschlechterung des Gesundheitszustands des thailändischen Königs Bhumibol im letzten Jahr – die langfristigen Wachstumsaussichten für Thailand jedoch nicht beeinträchtigt.

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Fortgesetzte Demonstrationen und politische Unsicherheit könnten zwar Anreizprojekte verzögern, Einkommen im ländlichen Raum sowie das Verbrauchervertrauen beeinträchtigen und damit die BIP-Wachstumsrate des Landes auf 2 bis 3 Prozent drücken, meint Mobius. Die Exporte dürften jedoch robust bleiben, solange der globale Wirtschaftsaufschwung anhält.

Insbesondere für Anlagen im Finanzdienstleistungssektor und im Energiesektor, die vom Wirtschaftsaufschwung profitieren würden, rechnet der Schwellenmarkt-Guru mit guten Renditen. „Bis letzte Woche gehörte Thailand seit Anfang 2010 zu den ertragsstärksten Aktienmärkten Asiens ohne Japan. Die thailändische Währung Baht und thailändische Anleihen präsentierten sich ebenfalls stark“, sagt er.

„Trotz zahlreicher politischer Ungewissheiten in der Vergangenheit konnten etliche von Thailands Blue-Chips Unternehmen ihrer Vergleichsgruppe aus stabileren Ländern der Region schlagen“, so Mobius weiter. Der Aktienmarkt sei mit einem geschätzten KGV von 11,6, einem KBV von 2,1 und 3 Prozent Rendite nach wie vor reizvoll bewertet. Der Thailand Stock Exchange (SET) Index gab vom 9. bis 12. April 3,5 Prozent ab, der MSCI Thailand Index 4,3 Prozent. „Diese jüngste Marktkorrektur ist gering ausgefallen im Verhältnis zu der Volatilität, die die Schwellenmärkte alltäglich aufweisen – auch ohne spektakuläre Nachrichten“, sagt Mobius.

Hintergrundinformationen zur politischen Krise in Thailand finden Sie hier

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