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16.04.2010 16:00
Rubrik: Märkte

Umfrage von Sociéte Générale und „The Economist“: Die Superreichen wollen mehr Kontrolle

Rohini Nilekani
Quelle: Akshara Foundation

Die Finanzkrise war vor allem eine Vertrauenskrise: Das bekommen nun auch Wohltätigkeitsorganisationen sowie Vermögensverwalter, die mit sehr gut betuchten Privatkunden arbeiten, zu spüren. Denn die Superreichen sind vorsichtiger geworden.

Dies geht aus einer Umfrage der Sociéte Générale Private Banking hervor, die in Kooperation mit der Forschungsabteilung der „The Economist“-Gruppe durchgeführt wurde.

Der Umgang der sogenannten Ultra High Net Worth Individuals, die über mehr als 30 Millionen US-Dollar verfügen mit ihrem Geld hat sich nach der Krise massiv verändert, so das Kernergebnis der Studie. Ob gegenüber ihren Vermögensverwaltern, karitativen Organisationen oder Luxusgüter-Lieferanten – die Reichen sind misstrauischer geworden.

Während sie vor der Krise ihren Vermögensverwaltern weitgehend freie Hand ließen, schauen die sehr vermögenden Privatbankkunden ihren Asset Managern nun stärker auf die Finger. Auch die Produktvorlieben haben sich geändert: Nachdem sie zuvor gerne extrem komplexe Produkte wie Hedgefonds und Derivate kauften, ziehen die Superreichen nun einfache, transparente und liquide Investments vor.

Einer stärkeren Kontrolle unterziehen die reichen Wohltäter auch karitative Organisationen. Diese sollen nun häufiger erklären, was mit den gespendeten Geldern passiert und welche sozialen Fortschritte mit der Spende erzielt werden konnten. Die Höhe der Spendengelder ging nach der Krise leicht zurück, hat sich aber mittlerweile wieder erholt.

Beim Kauf von Luxusgütern legen die Befragten mittlerweile besonders viel Wert auf Qualität, Service und das Gefühl, etwas Einmaliges für ihr Geld zu bekommen. Dafür sind sie auch bereit, einen höheren Preis zu zahlen. Begonnen habe dieser Trend bereits vor der Finanzkrise, schätzen die meisten Befragten. Nach der Krise habe sich das Qualitätsbewusstsein der Luxus-Konsumenten jedoch verstärkt.

Allerdings muss bei der Umfrage die geringe Stichprobe berücksichtigt werden. Es wurden lediglich 11 Personen befragt. Darunter befanden sich jedoch viele berühmte Persönlichkeiten wie der britische Unternehmer James Caan oder Rohini Nilekani, Ehefrau des Geschäftsführers des indischen IT-Unternehmens Infosys Technologies Nandan Nilekani.

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