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23.11.2010 17:17
Rubrik: Märkte

Jim Rogers: EU sollte Irland pleitegehen lassen

Jim Rogers

Wer Geld ausgibt, das ihm nicht gehört, soll auch die Konsequenzen tragen, meint Jim Rogers. Dies gelte auch für Staaten. In einem Interview fordert die Investment-Legende die EU auf, Irland in die Insolvenz zu schicken.

„Für Europa wäre es besser, wenn es Irland seinem Schicksal überlassen und pleitegehen lassen würde", sagte Rogers in einem Interview mit „Russia Today“. Irland sei, genauso wie Griechenland, ein sehr kleiner Teil Europas, dessen Insolvenz nicht das Ende der Europäischen Union bedeuten würde. „Das würde den Leuten zeigen, dass man kein Geld ausgeben darf, das einem nicht gehört“, so der Star-Investor, der 1970 zusammen mit George Soros den legendären Quantum Fund gegründet hat.

„Allein die irischen Banken haben sich Geld in Höhe von 80 Prozent des irischen Bruttoinlandsprodukts geliehen“, sagt Rogers. Er sieht keine Möglichkeit, dass Irland seine Schulden zurückzahlen kann, ohne seine Wirtschaft für viele Jahre zu lähmen.

Im März hatte sich Rogers bereits gegen die Rettung Griechenlands ausgesprochen. „Warum sollten hart arbeitende Deutsche und Holländer einem Volk helfen, das jahrelang über seine Verhältnisse gelebt hat“, sagte er damals zu „Russia Today“. Auch jetzt sieht er nicht ein, warum Steuerzahler für die Fehler von Banken zahlen müssen. Da die Banken diese Krise verschuldet haben, sollten es vielmehr sie und deren Aktionäre sein, die die finanziellen Folgen tragen müssen, sagt Rogers. „So einfach ist das“.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht das anders. Der EU bleibe nichts anderes übrig, als Irland zu helfen, da ein Zusammenbruch des Schuldenstaates „unübersehbare Folgen“ hätte. „Es steht unsere gemeinsame Währung auf dem Spiel“, sagte der CDU-Politiker.

Irland hatte am Sonntag Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm beantragt. Um die Insolvenz zu umgehen, braucht das Land nach Angaben von Diplomanten bis zu 90 Milliarden Euro.

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