Russland: Aufschwung oder Bärenmarkt-Rally?
Die Schwankungen an der Moskauer Börse sind enorm: Genauso schnell, wie die beiden russischen Aktienindizes RTS und Micex Anfang Mai die 1.000-Punkte-Marke knackten, fielen sie Mitte Juni auch wieder zurück. Warum diese Schwankungen kein schlechtes Zeichen für den Investmentstandort Russland sind und was das Land außer Öl und Gas zu bieten hat, erklärt Russland-Experte Georg Holek von der österreichischen Raiffeisen Capital Management im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com.
Holek managt zusammen mit seinen Teamkollegen die Osteuropa-Fonds der Gesellschaft, unter anderem den Aktienfonds RCM-Osteuropa (WKN: 973 205).
DAS INVESTMENT.com: Die beiden russischen Aktienindizes RTS und Micex sind in den letzten Tagen stark gefallen. Am Ölpreis kann das nicht liegen – der hat sich seit seinem Tiefstand im Februar bis heute fast verdoppelt. Was ist an der Moskauer Börse los?
Gregor Holek: Das liegt in der Natur der Sache. Sehen wir uns doch den Micex-Index an: Zwischen Februar und Anfang Juni hat er sich verdoppelt. Die – zugegebenermaßen extrem starken – Verluste der letzten Tage sind nichts anderes als eine notwendige Kurskorrektur.
DAS INVESTMENT.com: Die hohen Kursverluste haben also nichts mit den Fundamentaldaten zu tun?
Holek: Nein, das ist die ganz normale Volatilität der Börsen. Die Aktie der russischen Staatsbank Sberbank ist beispielsweise an einem einzigen Tag 15 Prozent in die Höhe geschossen; nach kräftigen Verlusten am Vortag – wie soll man das mit den Fundamentaldaten erklären?
DAS INVESTMENT.com: Wo sehen Sie Chancen und Risiken auf dem russischen Markt?
Holek: Der Markt korreliert sehr stark mit dem Ölpreis.
DAS INVESTMENT.com: Ist das ein Risiko?
Holek: Ich sehe das eher als eine Chance. Im Zuge der Finanzkrise brach die Nachfrage nach Öl und Gas zwar ein, mittel- bis langfristig wird sie aber wieder steigen. Vor allem China dürfte dabei als treibende Kraft fungieren: Das Land ist hungrig nach Energie. Die Zusammenarbeit zwischen Russland und China wird sich in Zukunft immer enger gestalten.




















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