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02.07.2010 11:05
Rubrik: Märkte

Der große China-Check Teil 4: Gibt es eine Kreditblase mit Inflationsgefahr?

Bild: Fotolia

Ein großer Wirtschafts-Boom bringt unweigerlich eine enorme Inflationsgefahr mit sich, meist gepaart mit ausuferndem Kreditwachstum. Ist das in China bereits der Fall? Wir prüfen’s.

„Chinesen mögen generell keine Schulden“, stellt Cong Zheng, Chef der Frankfurter Immobiliengesellschaft Global Skyline Capital, schon mal klar. Damit liefert er die Erklärung, warum sich einerseits der chinesische Staat, aber auch Wirtschaft und Bevölkerung aus dem weltweiten Kreditexzess bisher so erfolgreich herausgehalten haben (siehe Grafik).

Trotzdem ist in den Krisenjahren selbst in China das Kreditvolumen etwas aus dem Ruder gelaufen. Bis dahin lief es brav mit dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt mit (siehe Chart unten). Doch als die Krise auch Chinas Export traf, sorgte die Regierung dafür, dass die Banken verstärkt Kredite für Infrastrukturprojekte herausgaben. Sie darf das, schließlich sind die Banken zum größten Teil staatlich. Zudem sank der Satz für die Mindestreserve von 17,5 auf 15,5 Prozent. Das ist der Anteil ihrer Kundengelder, den Banken nicht als Kredit herausgeben dürfen.

Bedenklich hohe Inflation

Reicht das schon für die Bezeichnung „Kreditblase“? Wohl kaum. Zudem soll das Kreditaufkommen jetzt wieder zurückgehen. Der Mindestreservesatz liegt wieder bei 17 Prozent. „Die Zinssätze haben sie dagegen nicht erhöht, das wäre für die Unternehmen eine zu hohe Last und würde die Wirtschaft abwürgen“, sagt Christina Chung (Foto), die für Allianz Global Investors den RCM China managt. Die höhere Mindestreserve schränke dagegen lediglich die Liquidität ein. China muss einen Balance-Akt meistern: Einerseits die Wirtschaft am Laufen halten und andererseits die Inflation im Griff behalten. Die lag im Mai mit 3,1 Prozent bereits bedenklich hoch.

Hilfe gibt es von der Währungsseite, wenn der Yuan gegenüber dem Dollar aufwertet. Da die meisten Waren auf dem Weltmarkt noch immer in Dollar bezahlt werden, werden sie für Chinesen dann billiger.

Und auch den Rest werden die Chinesen schon stemmen. So bescheinigt Eric Le Coz, Fondsmanager bei Carmignac, der Regierung eine bisher tadellose makroökonomische Leistung. Warum sollte sie jetzt plötzlich versagen?

Zu den anderen Teilen unseres China-Checks "Läuft die Wirtschaft zu heiß?", "Ist ein fester Yuan Gift für die Wirtschaft?" und "Gibt es eine Immobilienblase?".

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